Paris – 04.10.2026: Frankreich vereinheitlicht die Sanktionen für die Nutzung eines in der Hand gehaltenen Mobiltelefons am Steuer. Eine am 29. September unterzeichnete Weisung des Innenministeriums fordert die Präfekten auf, Führerscheine bei solchen Verstößen künftig im ganzen Land vorübergehend auszusetzen. Bislang wurde diese Möglichkeit nur in rund zwanzig Départements genutzt. Die beigeordnete Ministerin für Staatsbürgerschaft, Marie-Pierre Vedrenne, gab die Entscheidung am Freitag, dem 2. Oktober, bekannt.
Die Maßnahme kann nach Angaben des Innenministeriums auch dann verhängt werden, wenn kein weiterer Verkehrsverstoß vorliegt. Polizisten und Gendarmen entscheiden allerdings nicht selbst über die Aussetzung. Sie stellen den Verstoß fest und leiten den Vorgang weiter; anschließend ordnet der zuständige Präfekt die Verwaltungssanktion an und legt deren Dauer nach den Umständen des Einzelfalls fest.
Für das Halten eines Telefons während der Fahrt gelten weiterhin eine Geldbuße von 135 Euro und der Abzug von drei Punkten. Hinzukommen kann nun landesweit die zeitweilige Aussetzung der Fahrerlaubnis. Das Straßenverkehrsrecht erlaubt dafür eine Dauer von bis zu sechs Monaten. In den Départements, die das Instrument bereits einsetzten, waren häufig 15 Tage vorgesehen. Die Präfektur des Départements Aisne verfolgte seit Juni 2026 eine strengere Linie und setzte Führerscheine für zwei Monate aus.
Die Regierung schafft damit keinen neuen Tatbestand, sondern vereinheitlicht den Vollzug einer bestehenden Rechtsgrundlage. Die Möglichkeit, einen Führerschein auch bei einem isolierten Handyverstoß administrativ auszusetzen, geht auf die Mobilitätsgesetzgebung von 2019 und eine Verordnung aus dem Jahr 2020 zurück. Genutzt wurde sie bislang unter anderem in Landes, Lot-et-Garonne, Pas-de-Calais, Charente-Maritime und Yonne.
Das Innenministerium begründet den Schritt mit der weiten Verbreitung des Verhaltens und dem Unfallrisiko. Nach Angaben der Verkehrssicherheitsbehörde erklären nahezu acht von zehn Autofahrern, ihr Telefon während der Fahrt zu benutzen. Bereits ein kurzer Blick auf den Bildschirm entzieht dem Verkehrsgeschehen für mehrere Sekunden die Aufmerksamkeit. Ein amtlicher Bericht führt etwa jeden zehnten Unfall mit Personenschaden auf Telefonnutzung am Steuer zurück.
Im Jahr 2025 kamen auf den Straßen des französischen Mutterlandes und der Überseegebiete 3.513 Menschen ums Leben. Im Département Landes, wo Führerscheine seit November 2025 wegen Handynutzung ausgesetzt werden, traf die Sanktion in den ersten drei Monaten 300 Fahrer. Nach Angaben des Innenministeriums ging die Zahl der festgestellten Verstöße dort um zwölf Prozent zurück.
Quellen
- Franceinfo
- Innenministerium Frankreich: Ma Sécurité
- Le Monde
- Assemblée nationale: Bericht zur Verkehrssicherheit
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).