Paris – 09.09.2026: Trotz stark gestiegener Kraftstoffpreise lehnt die französische Regierung allgemeine Entlastungen wie eine befristete Steuersenkung oder eine Preisobergrenze ab. Nach einem Treffen mit Tankstellenbetreibern erklärte das Wirtschaftsministerium am Mittwoch, solche Schritte seien angesichts der Lage der öffentlichen Haushalte nicht finanzierbar. Ein staatlich festgelegter Höchstpreis könne zudem Versorgungsengpässe begünstigen.
Um 11 Uhr kostete ein Liter Superbenzin SP95-E10 im landesweiten Durchschnitt 2,124 Euro, Diesel 2,292 Euro. Nach Berechnungen auf Grundlage staatlicher Preisdaten waren dies die höchsten Werte seit Beginn des Nahostkriegs am 28. Februar 2026. Gegenüber Ende Februar verteuerte sich SP95-E10 um 23,5 Prozent, Diesel um 33,3 Prozent. Die Angaben gelten für das französische Mutterland ohne Korsika und die Überseegebiete.
Als wesentliche Ursachen gelten die anhaltende Blockade der Straße von Hormus, die wechselseitigen Angriffe der Vereinigten Staaten und Irans sowie Belastungen der Raffineriekapazitäten. Die Meerenge ist eine Schlüsselroute des weltweiten Ölhandels. In Frankreich besteht nach Angaben des Ministeriums derzeit keine Gefahr einer flächendeckenden Unterversorgung. Höhere Beschaffungskosten erreichen die Zapfsäulen jedoch mit zeitlicher Verzögerung und je nach Kraftstoff in unterschiedlichem Ausmaß.
Haushalte und Unternehmen reagieren bereits auf die hohen Preise. Der Kraftstoffverbrauch liege im Durchschnitt 5,5 Prozent unter dem früheren Niveau, teilte das Ministerium mit. Für Berufspendler, Lieferdienste und kleine Betriebe sind die Möglichkeiten zum Sparen allerdings begrenzt, wenn sie auf Fahrzeuge angewiesen sind.
Die Regierung setzt deshalb auf zielgerichtete Programme. Beschäftigte mit niedrigem Einkommen, die für ihren Arbeitsweg ein eigenes Fahrzeug benötigen und eine hohe Fahrleistung nachweisen, können eine Pauschale von 100 Euro beantragen. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums entspricht dies beim durchschnittlichen Verbrauch über sechs Monate einer Entlastung von rund 20 Cent je Liter. Knapp drei Millionen Menschen gehören zur Zielgruppe.
Für besonders betroffene Wirtschaftszweige wurden weitere Hilfen verlängert. Landwirte erhalten im September und Oktober 2026 weiterhin eine Unterstützung von 15 Cent je Liter an der Tankstelle. Für Transport, Bau und Fischerei bestehen eigene Instrumente. Damit will die Regierung die Folgen der Energiekrise abfedern, ohne Kraftstoff unabhängig von Einkommen und beruflicher Betroffenheit für sämtliche Verbraucher zu subventionieren.
Der Kurs folgt einer fiskalischen Abwägung: Die Regierung will Haushalte und Unternehmen mit hoher Belastung unterstützen, zugleich aber zusätzliche Ausgaben für eine pauschale Preissenkung vermeiden. Während Benzin und Diesel ihren bisherigen Höchststand seit Kriegsbeginn erreicht haben, bleibt Bercy daher bei begrenzten Hilfen für ausgewählte Gruppen.
Quellen
- Agence France-Presse via Boursorama
- Ministerium für Wirtschaft und Finanzen
- Französische Regierungsinformation
- Institut national de la statistique et des études économiques
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).