Wirtschaft

Frankreich nimmt 357 Millionen Euro weniger Kraftstoffsteuern ein

Frankreichs Einnahmen aus Kraftstoffsteuern sind seit Jahresbeginn um 357 Millionen Euro gesunken. Nach Angaben von Haushaltsminister David Amiel überwog der Rückgang des Verbrauchs die zusätzlichen Mehrwertsteuereinnahmen infolge höherer Preise.

Paris – 13.10.2026: Der französische Staat hat seit Beginn des Jahres rund 357 Millionen Euro weniger Steuern auf Kraftstoffe eingenommen als im gleichen Zeitraum 2025. Das sagte Haushaltsminister David Amiel am Dienstag dem Fernsehsender France 2. Obwohl Benzin und Diesel teurer geworden sind, entstand demnach kein zusätzlicher Ertrag für die Staatskasse: Die Verbraucher kauften deutlich weniger Kraftstoff.

Hinter der Entwicklung stehen zwei unterschiedlich berechnete Steuerarten. Die Verbrauchsteuer auf Energieerzeugnisse richtet sich im Wesentlichen nach der verkauften Menge. Geht die Zahl der getankten Liter zurück, sinken die Einnahmen entsprechend. Die Mehrwertsteuer wird dagegen auf den Verkaufspreis erhoben. Höhere Preise können deshalb den Steuerbetrag je Liter steigen lassen, sofern der Absatz nicht zu stark nachgibt.

Dieser Preiseffekt reichte nach Angaben des Ministers nicht aus, um die Verluste bei den mengenabhängigen Einnahmen auszugleichen. Amiel wandte sich damit gegen die Annahme, der Staat profitiere automatisch von steigenden Preisen an den Zapfsäulen. Er verwies darauf, dass ein Teil der zusätzlichen Mehrwertsteuer zudem an die Sozialversicherung und die Kommunen fließe. Für den Staatshaushalt gebe es daher keinen unverhofften Gewinn.

Die jüngste Bilanz fällt etwas günstiger aus als noch im September. Damals hatte das Wirtschafts- und Finanzministerium einen Rückstand von 407 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum beziffert. Die Differenz hat sich seither verringert, bleibt mit 357 Millionen Euro jedoch erheblich. Im Frühjahr waren vorübergehend Mehreinnahmen verzeichnet worden; Ende April kehrte sich die Entwicklung nach Angaben des Ministeriums um.

Der geringere Absatz kann mehrere Ursachen haben. Bei dauerhaft hohen Preisen schränken private Haushalte Fahrten ein, steigen auf andere Verkehrsmittel um oder nutzen sparsamere Fahrzeuge. Auch Unternehmen können Transporte bündeln und Dienstfahrten reduzieren. Welche Faktoren den Rückgang im Einzelnen bestimmen, lässt sich aus der genannten Gesamtsumme allerdings nicht ablesen.

Haushaltspolitisch ist der Betrag gemessen am gesamten französischen Staatshaushalt begrenzt. Politisch berührt er jedoch eine empfindliche Debatte: Pendler, Transportunternehmen und Gewerbetreibende verlangen Entlastungen, während die Regierung zugleich die öffentlichen Finanzen stabilisieren muss. Geringere Kraftstoffsteuereinnahmen verkleinern den Spielraum für breit angelegte Hilfen oder Steuersenkungen.

Die Zahlen aus Bercy machen damit vor allem deutlich, wie stark die Einnahmen von der verkauften Kraftstoffmenge abhängen. Höhere Preise steigern zwar den Mehrwertsteueranteil je Verkauf. Seit Ende April überwiegt nach den Angaben des Ministeriums jedoch der Einnahmeverlust infolge des gesunkenen Absatzes.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministerium für Wirtschaft und Finanzen

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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