Paris – 19.10.2026: Einen Tag nach den schweren Ausschreitungen in Paris sind am Sonntag, 18. Oktober, erneut Geschäfte geplündert worden. Nach Angaben der Polizeipräfektur wurden im Laufe des Tages 108 Menschen festgenommen, 66 von ihnen am Abend. Mindestens fünf Geschäfte waren betroffen, darunter ein Bekleidungsladen, eine Filiale der Elektrohandelskette Darty im Viertel Belleville und zwei Supermärkte.
Die neuerlichen Vorfälle trafen eine Stadt, in der Händler und Anwohner noch mit den Folgen der Gewalt vom Samstag beschäftigt waren. In mehreren Vierteln blieben Läden geschlossen, Schaufenster wurden mit Platten und Rollläden gesichert. Für die Gewerbetreibenden beschränken sich die Folgen nicht auf gestohlene Waren oder zerstörte Einrichtungen. Hinzu kommen Umsatzausfälle, Reparaturkosten und die Unsicherheit darüber, wann der reguläre Betrieb wieder aufgenommen werden kann.
Die Stadt Paris hatte die Gewalt, die Plünderungen und die schweren Sachbeschädigungen bereits am Samstagabend verurteilt. Der Schutz der Einwohner und Gewerbetreibenden sowie die Rückkehr zu einem geordneten öffentlichen Alltag hätten Vorrang. Seit Sonntagmorgen waren kommunale Dienste verstärkt im Einsatz, um Glasscherben, Brandschäden und andere Spuren der Ausschreitungen von Straßen und Plätzen zu beseitigen.
Besonders sichtbar waren die Schäden auch im achten Arrondissement. Die dortige Bezirksverwaltung informierte Bewohner und Geschäftsleute über Hilfsangebote, nachdem Brände, Plünderungen und Zerstörungen registriert worden waren. Die Industrie- und Handelskammer Paris Île-de-France nahm am Montag Unterstützungsanfragen betroffener Unternehmen entgegen. Solche Anlaufstellen sollen Betrieben dabei helfen, Schäden zu dokumentieren und die nächsten administrativen Schritte einzuleiten.
Das Ausmaß reicht nach Angaben der Wirtschaftsvertretungen weit über Paris hinaus. CCI France geht vorläufig davon aus, dass landesweit mehr als 2.000 Geschäfte unmittelbar von den Gewalttaten des Wochenendes betroffen sein könnten. Der Verband beziffert die möglichen Schäden auf mehrere hundert Millionen Euro. Darin enthalten sind Folgen von Plünderungen, Bränden und Sachbeschädigungen in mehreren französischen Städten. Eine endgültige Bilanz liegt bislang nicht vor.
Auch die strafrechtliche Aufarbeitung hat begonnen. Die Pariser Staatsanwaltschaft teilte am Montag mit, dass nach den Vorfällen vom Sonntag und in der Nacht zum Montag mindestens 145 Menschen in Polizeigewahrsam genommen worden seien. Ermittelt werde unter anderem wegen Plünderungen, Sachbeschädigungen und Angriffen auf Sicherheitskräfte. Die Zahl umfasst damit einen längeren Zeitraum als die von der Polizeipräfektur gemeldeten 108 Festnahmen am Sonntag.
Quellen
- Franceinfo
- Le Parisien
- Stadt Paris
- Rathaus des 8. Arrondissements
- CCI France
- TF1 Info
- Le Monde
- Associated Press
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).