Wirtschaft

Frankreich plant bis zu 700 Millionen Euro für die Landwirtschaft

Die französische Regierung plant für 2027 ein Agrarprogramm von 500 bis 700 Millionen Euro. Es soll Betriebe nach Dürre, Hitze und gestiegenen Kosten widerstandsfähiger machen.

Paris – 15.10.2026: Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu hat für 2027 ein Agrarprogramm im Umfang von 500 bis 700 Millionen Euro angekündigt. Nach einer Ministerrunde im Amtssitz Matignon erklärte er, die endgültige Summe hänge von Gesprächen mit den Berufsverbänden und den parlamentarischen Beratungen über den Staatshaushalt ab. Ein Teil der Mittel sei bereits im Haushaltsentwurf vorgesehen, weitere Gelder könnten durch Änderungsanträge der Regierung hinzukommen.

Das Programm soll auf die Folgen eines Sommers mit Dürre, extremer Hitze und regionalen Bränden reagieren. Nach Darstellung der Regierung haben diese Ereignisse viele Höfe zusätzlich zu den gestiegenen Kosten für Kraftstoffe, Dünger und andere Betriebsmittel belastet. Lecornu kündigte an, die Schäden nach Abschluss der Ernte Ende Oktober nach Produktionszweigen und Regionen genauer erfassen zu lassen. Auf dieser Grundlage sollen die Verluste bewertet und die Hilfen ausgerichtet werden.

Ein Schwerpunkt ist die Anpassung der Produktion an veränderte Klimabedingungen. Vorgesehen sind Investitionen in Stallgebäude, um Tiere besser vor hohen Temperaturen zu schützen. Die Regierung verwies dabei besonders auf Verluste in der Geflügelhaltung während der sommerlichen Hitzeperioden. Zudem sollen Betriebe Unterstützung erhalten, wenn sie Kulturen oder Produktionsweisen umstellen müssen, weil bisherige Verfahren unter trockeneren und heißeren Bedingungen an ihre Grenzen geraten.

Auch die Wasserversorgung gehört zu den angekündigten Maßnahmen. Gefördert werden könnten Zisternen und andere Speicher, die Höfe in Trockenperioden widerstandsfähiger machen. Der Entwurf für den Haushalt 2027 sieht bereits einen Wasserfonds von 60 Millionen Euro vor. Daneben will die Regierung den Zugang zu landwirtschaftlichen Versicherungen verbessern. Bestehende Verträge deckten die wachsenden Risiken durch Wetterextreme nach ihrer Einschätzung nicht immer ausreichend ab.

Parallel läuft ein Sofortprogramm aus dem Haushalt 2026. Nach Angaben des Regierungschefs wurden dafür in den vergangenen Monaten rund 1,2 Milliarden Euro bereitgestellt, überwiegend durch Umschichtungen bestehender Haushaltsmittel. Bei der Auszahlung arbeiten manche Förderstellen zügig, andere haben Rückstände. Beschwerden gibt es besonders über verzögerte Hilfen für den Dieselverbrauch landwirtschaftlicher Maschinen.

Der Staat will außerdem die Zinsen für bis zu zwei Milliarden Euro an laufenden Bankkrediten übernehmen. Landwirtschaftsministerin Annie Genevard soll ein Modell für Betriebsübergaben vorbereiten, damit Höfe beim Generationswechsel nicht mangels Nachfolge aufgegeben werden. Bedingungen und Zeitplan sind noch offen.

Vor den jährlichen Handelsgesprächen zwischen Lebensmittelindustrie und Handel, die am 1. Dezember beginnen, will die Regierung zudem Vertreter der Lieferketten zusammenbringen. Wirtschaftsminister Serge Papin soll an einer Vereinbarung arbeiten, die den wirtschaftlichen Druck auf die Erzeuger berücksichtigt und zugleich unkontrollierte Preissteigerungen für Verbraucher vermeiden soll. Über die zusätzlichen Agrarmittel muss nun das Parlament im Rahmen der Haushaltsberatungen entscheiden.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französische Regierung
  • AFP über Boursorama
  • Réussir

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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