Paris – 19.09.2026: Die französische Regierung prüft angesichts neuer Höchstpreise für Diesel und Benzin weitere Entlastungen. Für Montag, den 21. September, ist im Pariser Regierungssitz Matignon eine Beratung unter Leitung des Premierministers angekündigt. Dabei soll geklärt werden, wie bestehende Hilfen fortgeführt oder angepasst werden können. Über neue Maßnahmen und deren Finanzierung ist bislang nicht entschieden.
Der durchschnittliche Literpreis für Diesel lag am Freitag bei mehr als 2,39 Euro und erreichte damit nach Angaben von Franceinfo einen neuen Höchststand. Der meistverkaufte Ottokraftstoff SP95-E10 kostete rund 2,17 Euro je Liter. Damit liegt auch der Benzinpreis seit mehreren Tagen über seinem bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022. Die Entwicklung belastet Haushalte mit langen Arbeitswegen ebenso wie Betriebe, deren Fahrzeuge einen großen Teil der laufenden Kosten ausmachen.
Vorrangig geht es bei den Beratungen um Berufstätige mit niedrigen Einkommen, die für den Weg zur Arbeit auf das eigene Auto angewiesen sind. Das Wirtschaftsministerium verweist auf eine bestehende Kraftstoffhilfe von 100 Euro für fast drei Millionen Anspruchsberechtigte. Nach Berechnung der Regierung entspricht die Zahlung bei einem durchschnittlichen Verbrauch über sechs Monate einer Entlastung von etwa 20 Cent je Liter.
Anträge können derzeit bis zum 30. September gestellt werden. Voraussetzung ist unter anderem, dass das Referenzeinkommen für 2024 höchstens 16.880 Euro je Steueranteil beträgt. Die Regierung hatte bereits zugesagt, die Unterstützung für besonders stark vom Auto abhängige Beschäftigte nicht ersatzlos zum Monatsende auslaufen zu lassen. Über die Bedingungen für den anschließenden Zeitraum soll nun in Matignon beraten werden.
Befristete Hilfen gelten zudem für Branchen, die von den Kraftstoffkosten besonders betroffen sind. Der Staat hat Unterstützungsmaßnahmen für Landwirtschaft, Fischerei, Bauwirtschaft und Güterverkehr teilweise bis Oktober oder bis zum Jahresende verlängert. Landwirte werden im September und Oktober weiterhin unmittelbar an der Zapfsäule entlastet. Beschäftigte in der häuslichen Pflege sowie Staats- und Krankenhausbedienstete, die ihren Privatwagen dienstlich nutzen, erhalten höhere Kilometererstattungen.
Eine pauschale Preissenkung für sämtliche Autofahrer zeichnet sich dagegen nicht ab. Das Finanzministerium verwies nach Gesprächen mit Kraftstoffhändlern auf die angespannte Lage der öffentlichen Haushalte und sprach sich gegen eine neue, breit angelegte Unterstützung aus. Stattdessen setzt die Regierung bislang auf einkommensabhängige Zahlungen und Hilfen für einzelne Berufsgruppen. Von den Vertriebsunternehmen verlangt sie zugleich, ihre Preisgestaltung zu kontrollieren und die Entwicklung an den Tankstellen fortlaufend mit den Behörden zu erörtern. Ergebnisse der Beratungen sollen nach der Sitzung am 21. September vorgelegt werden.
Quellen
- Franceinfo
- Wirtschaftsministerium Frankreich
- Französische Regierungsinformation
- Boursorama mit AFP-Angaben
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).