Paris – 09.10.2026: Die französische Regierung reagiert auf die anhaltenden Schülerproteste mit einem Sofortprogramm gegen Unterrichtsausfall. Bildungsminister Édouard Geffray kündigte am Donnerstagabend an, 3000 Ersatzlehrer kurzfristig an Gymnasien zu entsenden, an denen besonders viele Stunden wegen fehlender Lehrkräfte ausfallen. Der Einsatz soll am 9. Oktober beginnen und sich auf die am stärksten belasteten Einrichtungen konzentrieren.
Der Ankündigung ging am 8. Oktober ein weiterer landesweiter Aktionstag voraus. Nach Angaben des Innenministeriums beteiligten sich in Frankreich 71.500 Menschen an Demonstrationen und Kundgebungen, darunter 24.500 in Paris. Auf der Place de la Bastille versammelten sich Schüler, Studierende und Gewerkschaftsvertreter. Der Protest richtet sich vor allem gegen Unterrichtsausfall, überfüllte Klassen und befürchtete Einsparungen im Bildungswesen.
Geffray sagte im französischen Fernsehen, die Schulverwaltung habe mithilfe eines digitalen Instruments besonders gefährdete Einrichtungen identifiziert. Demnach gelten 114 Gymnasien als akut belastet, weitere 400 als problematisch. Die 3000 Lehrkräfte seien bereits im Bildungssystem beschäftigt, bislang jedoch keiner Klasse zugeteilt. Zusätzlich sollen die regionalen Schulbehörden mehrere Hundert Vertragslehrkräfte über die ursprünglich vorgesehenen Einstellungen hinaus anwerben dürfen.
Die Regierung will damit ein seit Jahren bestehendes Problem des französischen Sekundarschulwesens entschärfen. Ersatzlehrkräfte werden regionalen Einsatzgebieten zugeordnet und bei Ausfällen an Schulen vermittelt. Vor allem längere Abwesenheiten lassen sich jedoch vielerorts nicht lückenlos auffangen. Nach einer Analyse der Zeitung Le Monde hat sich die Zahl langfristiger, nicht ersetzter Ausfälle zwischen 2018 und 2024 verdoppelt. Gleichzeitig ging die Zahl der verfügbaren Ersatzlehrer über einen längeren Zeitraum zurück.
Der Vorstoß soll den Konflikt vor einer weiteren Ausweitung begrenzen. Geffray empfing am Donnerstag Vertreter der drei Schülerorganisationen Union syndicale lycéenne, Renouveau Lycéen und Lycéens!. Die Verbände verlangen mehr Mittel für Schulen und eine stärkere Beteiligung der Schüler an Entscheidungen. Nach dem Treffen riefen Schüler-, Studierenden- und Berufsgewerkschaften für Dienstag, den 13. Oktober 2026, zu einem weiteren Streik- und Demonstrationstag auf.
Die Regierung verbindet ihre Personalzusage mit dem Versprechen, an Gymnasien keine Stellen zu streichen. Ob die angekündigten Kräfte rasch an den Schulen mit den größten Ausfällen ankommen, hängt nun von der Verteilung durch die regionalen Bildungsakademien ab. Das Ministerium erklärt, die Lehrkräfte könnten unmittelbar eingesetzt werden. Angaben dazu, wie viele von ihnen in den einzelnen Regionen und Unterrichtsfächern zur Verfügung stehen, wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Quellen
- Französisches Bildungsministerium
- TF1 Info
- Le Monde
- Le Parisien
- CGT État
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).