Paris – 08.10.2026: Nach einer weiteren landesweiten Mobilisierung von Schülerinnen und Schülern hat Bildungsminister Édouard Geffray die Entsendung von 3000 Ersatzlehrern angekündigt. Sie sollen vom 9. bis zum 13. Oktober an Gymnasien eingesetzt werden, an denen besonders viel Unterricht ausfällt. Die Regierung reagiert damit auf Proteste gegen fehlende Lehrkräfte, ausbleibende Vertretungen und unzureichende Lernbedingungen.
Am Donnerstag waren die meisten Gymnasien wieder geöffnet. Das Bildungsministerium bezifferte den Anteil der ganz oder teilweise geöffneten Einrichtungen zur Tagesmitte auf rund 96 Prozent. Dennoch fanden in mehreren Städten Kundgebungen statt, darunter in Paris, Lyon und Marseille. Die Beteiligung blieb hinter den vorangegangenen Protesttagen zurück. An einzelnen Schulen und in Universitätsstädten setzte sich die Bewegung jedoch fort.
Nach Angaben des Innenministeriums beteiligten sich landesweit 71.500 Menschen an den Demonstrationen, darunter 24.500 in Paris. Bei Polizeieinsätzen rund um die Kundgebungen wurden 504 Menschen festgenommen. Die Behörden meldeten zudem 48 verletzte Polizisten und Gendarmen. Diese Bilanz schließt Zwischenfälle am Rand der Versammlungen ein und ist von den schulpolitischen Forderungen zu unterscheiden, die den Protest ausgelöst hatten.
Geffray sagte im Fernsehen, die Ersatzlehrer würden vorrangig an mehr als 500 besonders belastete Gymnasien geschickt. Es handelt sich um Lehrkräfte, die bislang keiner Klasse dauerhaft zugeordnet sind und kurzfristig eingesetzt werden können. Zusätzlich stellte der Minister Neueinstellungen auf Vertragsbasis in Aussicht. So sollen länger dauernde Ausfälle schneller aufgefangen werden, ohne reguläre Einstellungs- und Versetzungsverfahren abzuwarten.
Die Ankündigung berührt ein strukturelles Problem des französischen Schulwesens. Kurzfristige Vertretungen können seit 2023 im Rahmen des sogenannten Lehrer-Pakts durch freiwillige Mehrarbeit organisiert werden. Bei längeren Ausfällen sind die regionalen Schulbehörden jedoch auf einen begrenzten Pool von Vertretungskräften und auf Vertragslehrer angewiesen. Vor allem in bestimmten Fächern und Regionen entstehen deshalb wiederholt Unterrichtslücken.
Politisch verknüpft die Regierung die Personalmaßnahme mit einem Dialogangebot. Seit dem 7. Oktober sollen alle Gymnasien eine halbtägige interne Debatte über die demokratische Mitwirkung der Schülerschaft abhalten. Das Bildungsministerium verweist zugleich auf einen für 2027 vorgesehenen Etat von 64 Milliarden Euro für die nationale Bildung, ohne Pensionsausgaben. 2017 waren es nach Angaben des Ministeriums 48,8 Milliarden Euro.
Schüler- und Studierendenorganisationen bewerten die zusätzlichen Vertretungskräfte als ersten, aber begrenzten Schritt. Ihre Forderungen reichen über die Vertretung abwesender Lehrer hinaus: Sie verlangen bessere Unterrichtsbedingungen und mehr Mitsprache. Ob die Personalreserve dauerhaft genügt, ist offen. Zunächst sollen die 3000 Lehrkräfte die sichtbarsten Unterrichtsausfälle an mehr als 500 Gymnasien verringern.
Quellen
- Franceinfo
- Ministerium für nationale Bildung Frankreichs
- Le Monde
- TF1 Info
- TV5MONDE Informations
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).