Paris – 09.10.2026: Frankreichs Bildungsminister Édouard Geffray hat als Reaktion auf die anhaltenden Proteste an Gymnasien den Einsatz von 3000 Ersatzlehrkräften angekündigt. Sie sollen von Freitag, dem 9. Oktober, bis Dienstag, dem 13. Oktober, an Schulen entsandt werden, an denen Unterrichtsausfälle und unbesetzte Stellen besonders schwer wiegen. Nach Angaben des Ministers wurden 144 Lycées als akut problematisch eingestuft.
Geffray stellte den Plan am Donnerstagabend im Fernsehen vor, nachdem Schülerinnen und Schüler erneut landesweit protestiert hatten. Die Demonstrationen richten sich vor allem gegen fehlende Lehrkräfte, ausfallende Unterrichtsstunden und die Arbeitsbedingungen an den Schulen. Das Innenministerium zählte am 8. Oktober insgesamt 71.500 Demonstrierende. Schülerorganisationen hatten zuvor zur Fortsetzung der Mobilisierung aufgerufen.
Bei den angekündigten Kräften handelt es sich nicht um 3000 neu geschaffene Stellen. Vielmehr will das Ministerium verfügbare Ersatzlehrkräfte gezielter dorthin schicken, wo der Mangel besonders groß ist. Geffray räumte ein, ihre Verteilung sei bislang unzureichend gesteuert worden. Ein neues Instrument zur Erfassung des Bedarfs wurde zu Beginn des Schuljahres erstmals eingesetzt, obwohl seine breite Nutzung ursprünglich erst für November vorgesehen war.
Der Sofortplan stützt sich auf drei Wege: den Einsatz vorhandener Vertretungskräfte, zusätzliche Vertretungsstunden von Lehrkräften an ihren eigenen Schulen und weitere Einstellungen. Die Leiter der regionalen Bildungsbehörden sollen dafür nach Ministerangaben über bisherige Einstellungsgrenzen hinausgehen dürfen. Bis zum 13. Oktober könnten auf diese Weise mehrere Hundert zusätzliche Lehrkräfte angeworben werden.
Die Regierung reagiert damit auf eine Bewegung, die Mitte September wegen unbesetzter Lehrerstellen an einem Gymnasium im Großraum Paris begonnen und sich rasch ausgeweitet hatte. In der ersten Oktoberwoche waren laut Geffray zeitweise 400 bis 500 der rund 3600 französischen weiterführenden Schulen von Schließungen oder erheblichen Störungen betroffen. An einem Teil der Einrichtungen hat der Unterricht inzwischen wieder begonnen.
Die Zusage konzentriert sich allerdings auf den kurzfristigen Ersatz bei Abwesenheiten. Weitergehende Forderungen der Schülerinnen und Schüler nach verlässlicheren Stundenplänen, kleineren Lerngruppen und einer dauerhaften Personalausstattung beantwortet sie nur teilweise. Auch Schulleitungen bleiben unter Druck: Sie müssen freie Stellen besetzen und kurzfristige Vertretungen organisieren, obwohl vielerorts Personal fehlt.
Die Schülerverbände wollen nun an den einzelnen Schulen prüfen, ob die Verstärkung tatsächlich ankommt. Geffray verwies auf eine Befragung, an der sich 66.000 Schülerinnen und Schüler beteiligt hätten. Die Regierung wolle die dort genannten Probleme schrittweise und für jede Schule gesondert bearbeiten. Der Einsatz der Ersatzlehrkräfte beginnt am 9. Oktober an den 144 ausgewählten Gymnasien.
Quellen
- Franceinfo
- TF1 Info
- LCP – Assemblée nationale
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).