Yanbu – 26.09.2026: Frankreich wird Soldaten, Radare und Luftverteidigungssysteme nach Saudi-Arabien entsenden, um den strategisch wichtigen Energie- und Exportstandort Yanbu am Roten Meer zu schützen. Präsident Emmanuel Macron gab die Entscheidung am Abend des 24. September in einem Fernsehinterview bekannt. Nach seinen Angaben wurde der Einsatz mit den saudischen Behörden abgestimmt. Zur Truppenstärke, zum Beginn und zur voraussichtlichen Dauer machte Paris zunächst keine Angaben.
Macron begründete den Schritt mit der Bedrohung der Energieinfrastruktur durch die jemenitischen Huthi. Die Bewegung erklärte am selben Abend, sie habe mehrere Ziele in Saudi-Arabien mit Raketen und Drohnen angegriffen. Auch Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco in Yanbu seien ins Visier genommen worden. Saudi-Arabien hatte zuvor mitgeteilt, sechs ballistische Raketen abgefangen und weitere Angriffe an der Küste des Roten Meeres vereitelt zu haben.
Yanbu besitzt für den saudischen Energieexport große Bedeutung. Über die Hafenstadt kann das Königreich Rohöl und Mineralölprodukte am Roten Meer verschiffen und damit Transportwege umgehen, die durch den Persischen Golf und die Straße von Hormus führen. Der Standort ist über eine quer durch Saudi-Arabien verlaufende Pipeline mit den Fördergebieten im Osten des Landes verbunden. Angriffe oder längere Unterbrechungen könnten deshalb über die Region hinaus Folgen für Lieferketten und Energiepreise haben.
Die französische Regierung verknüpft den Schutz des Hafens mit dem Ziel, Versorgungswege zu stabilisieren und einen weiteren Anstieg der Kraftstoffpreise zu verhindern. Der Einsatz dient damit einerseits der militärischen Sicherung eines Partnerstaats, andererseits berührt er unmittelbar französische und europäische Wirtschaftsinteressen. Welche Regeln für einen möglichen Abwehreinsatz gelten und wie die französischen Kräfte mit der saudischen Luftverteidigung zusammenarbeiten sollen, blieb zunächst offen.
Die Huthi hatten im Juli eine Seeblockade gegen saudische Ölexporte angekündigt. Sie begründeten diese mit saudischen Luftangriffen im jemenitischen Konflikt. Riad führt seit 2015 eine Militärkoalition zur Unterstützung der international anerkannten Regierung des Jemen. Die Huthi kontrollieren große Gebiete des Landes und verfügen über Raketen sowie Drohnen, mit denen sie Ziele in der Region und Schiffe auf wichtigen Handelsrouten bedrohen können.
Macron betonte, Frankreich wolle sich mit der Entsendung nicht unmittelbar am Krieg im Jemen beteiligen. Der bisher beschriebene Auftrag beschränkt sich auf den Schutz eines abgegrenzten Industriestandorts und sieht keine Angriffe auf Ziele im Jemen vor. Dennoch erweitert Paris damit seine militärische Präsenz in einer Region, in der Angriffe auf Energieanlagen und Schifffahrtswege rasch internationale wirtschaftliche Folgen entfalten.
Seit Februar 2024 beteiligt sich Frankreich außerdem an der europäischen Marineoperation Aspides, die Handelsschiffe im Roten Meer schützen soll. Der Einsatz in Yanbu reicht darüber hinaus, weil er landgestützte Energieinfrastruktur sichert. Eine öffentliche Mitteilung des französischen Verteidigungsministeriums zu den beteiligten Einheiten lag am 26. September noch nicht vor.
Quellen
- Franceinfo
- Reuters via Boursorama
- TV5MONDE
- TF1
- Defense News
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).