Wirtschaft

Frankreich und Südkorea investieren eine Milliarde Euro in die Bildbranche

Paris und Seoul wollen über fünf Jahre eine Milliarde Euro für Film, audiovisuelle Produktionen, Animation und digitale Formate mobilisieren. Emmanuel Macron stellte die Partnerschaft Lumière bei einem internationalen Gipfel in Saint-Paul-de-Vence vor.

Saint-Paul-de-Vence – 07.09.2026: Frankreich und Südkorea wollen in den kommenden fünf Jahren gemeinsam eine Milliarde Euro in die Bildbranche investieren. Präsident Emmanuel Macron kündigte das Vorhaben am Montag zur Eröffnung des internationalen Lumière-Gipfels in Saint-Paul-de-Vence im Département Alpes-Maritimes an. Die Partnerschaft Lumière soll Film, audiovisuelle Produktionen, Animation, Videospiele und weitere digitale Formate fördern sowie die Wettbewerbsfähigkeit beider Länder stärken.

Der Gipfel wird von Macron und dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae-myung gemeinsam geleitet. Nach Angaben des Élysée-Palasts handelt es sich um das erste internationale Treffen, das ausdrücklich der Zukunft des Kinos und des bewegten Bildes gewidmet ist. Erwartet wurden rund 150 hochrangige Vertreter aus mehr als 30 Staaten sowie Führungskräfte aus Filmwirtschaft, audiovisueller Produktion und Videospielindustrie.

Die angekündigte Summe bezieht sich auf einen Zeitraum von fünf Jahren. Einzelheiten zur Aufteilung zwischen beiden Staaten, zu den Förderinstrumenten und zu möglichen Empfängern wurden zunächst nicht veröffentlicht. Offen ist daher, welcher Anteil unmittelbar in Produktionen und Koproduktionen fließen soll und welche Mittel für technische Infrastruktur, Ausbildung oder die Entwicklung von Animations- und Videospielprojekten vorgesehen sind.

Macron verband die Finanzzusage mit einem Plädoyer für einen erneuerten Multilateralismus in der Kulturpolitik. Die wirtschaftlichen Grundlagen der Branche werden durch weltweit tätige Streamingplattformen und den raschen Einsatz künstlicher Intelligenz verändert. Frankreich und Südkorea wollen ihre Zusammenarbeit deshalb auf Fragen des Urheberrechts, der Finanzierung kreativer Arbeit und der internationalen Verbreitung eigener Inhalte ausrichten. Hinter dem kulturpolitischen Anspruch steht damit auch ein industriepolitisches Interesse: Ein größerer Teil der Wertschöpfung soll in den beteiligten Ländern verbleiben.

Die Wahl Südkoreas als Partner folgt den unterschiedlichen Stärken beider Länder. Frankreich verfügt über ein dichtes öffentliches Fördersystem für Kino und audiovisuelle Produktionen sowie über eine einflussreiche Festival- und Vertriebslandschaft. Südkorea hat sich mit Filmen, Serien, Musik, Animation und digitalen Formaten zu einem weltweit sichtbaren Kulturproduzenten entwickelt. Die Regierungen hatten den Gipfel bereits während Macrons Staatsbesuch in Seoul am 3. April 2026 vereinbart.

Die Partnerschaft Lumière gehört zu einer breiter angelegten französisch-südkoreanischen Zusammenarbeit bei Zukunftstechnologien und Kultur. In ihrer gemeinsamen Erklärung vom April nannten beide Regierungen künstliche Intelligenz, Halbleiter und Quantenforschung als strategische Felder. Für die Bildbranche verbindet das neue Programm staatliche Förderung mit dem Ziel, kreative Produktion, technische Entwicklung und wirtschaftliche Verwertung enger miteinander zu verzahnen. Welche Projekte davon zuerst profitieren, soll die weitere Ausgestaltung der Förderinstrumente klären.

Quellen

  • Franceinfo
  • Élysée-Palast
  • AFP über upday

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels