Saint-Paul-de-Vence – 07.09.2026: Netflix will weiterhin jährlich rund 250 Millionen Euro in französische Filme, Serien und Dokumentationen investieren. Co-Chef Ted Sarandos bestätigte die Größenordnung vor der Eröffnung des Sommet Lumière in Saint-Paul-de-Vence und hob die Bedeutung Frankreichs für den Streamingkonzern hervor. Bei dem Treffen beraten Vertreter aus Politik, Medienwirtschaft und Kultur über die Zukunft der audiovisuellen Produktion.
Der Sommet Lumière findet am 7. September in der Fondation Maeght statt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron richtet die Konferenz gemeinsam mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae-myung aus. Nach Angaben des Élysée werden rund 150 hochrangige Gäste aus mehr als 30 Ländern erwartet. Auf der Tagesordnung stehen die Finanzierung von Produktionen, der Einsatz künstlicher Intelligenz, die Ausbildung von Fachkräften und die internationale Verbreitung von Filmen, Serien und Videospielen.
Die von Sarandos genannte Summe ist keine völlig neue Zusage, sondern bestätigt ein bereits erreichtes Investitionsniveau. Netflix hatte im Juni mitgeteilt, pro Jahr mehr als 250 Millionen Euro für französische Produktionen aufzuwenden. Etwa 50 Millionen Euro davon fließen in Kinofilme. Für 2024 bezifferte die französische Medienaufsicht Arcom die Investitionen der Plattform in Serien und Dokumentationen auf 222 Millionen Euro.
Grundlage dieser Ausgaben sind auch die französischen Regeln für internationale Streamingdienste. Seit 2021 müssen Anbieter, die in Frankreich Umsätze erzielen, einen festgelegten Anteil davon in französische und europäische Werke investieren. Das System soll die heimische Film- und Fernsehbranche an den Erlösen der Plattformen beteiligen. Netflix hält die geltenden Verpflichtungen auf Dauer jedoch für schwer tragfähig und verlangt eine Obergrenze. Der Konzern verweist auf ein mögliches Missverhältnis zwischen steigenden Investitionsvorgaben und der Nachfrage seiner Abonnenten.
Für Produzenten, Urheber und technische Berufe erschließt die Regulierung erhebliche Mittel. Zugleich nimmt das Gewicht amerikanischer Plattformen in der Finanzierung französischer Inhalte zu. Nach eigenen Angaben war Netflix 2024 außerhalb des Kinobereichs der größte private Geldgeber für die audiovisuelle Produktion in Frankreich. Der öffentlich finanzierte Sender France Télévisions investierte allerdings weiterhin deutlich mehr.
Der Gipfel rückt diese französische Auseinandersetzung in einen internationalen Zusammenhang. Die Veranstalter befassen sich mit sinkenden Kinobesuchen, der Konzentration der Medienbranche und den Folgen künstlicher Intelligenz für kreative Berufe. Frankreich wirbt dabei für ein Modell, das öffentliche Regulierung, privates Kapital und kulturelle Eigenständigkeit verbinden soll. Netflix nimmt darin eine doppelte Rolle ein: als wichtiger Finanzier französischer Produktionen und als Konzern, der die Grenzen seiner gesetzlichen Verpflichtungen neu verhandeln möchte.
Quellen
- Franceinfo
- Élysée
- Sommet Lumière
- Le Monde
- Französisches Kulturministerium
- Netflix
- Arcom
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).