Wirtschaft

Frankreich verlängert gezielte Hilfen gegen hohe Kraftstoffpreise

Frankreich verlängert die Unterstützung für besonders belastete Berufsgruppen. Einkommensschwächere Berufspendler können noch bis zum 30. September 100 Euro beantragen; Fischereiunternehmen erhalten bis Ende 2026 höhere Dieselzuschüsse.

Paris – 22.09.2026: Die französische Regierung hält an gezielten Hilfen gegen die gestiegenen Kraftstoffpreise fest. Berufstätige mit langen Arbeitswegen können die sogenannte Großfahrerhilfe noch bis einschließlich 30. September 2026 beantragen. Die Pauschale von 100 Euro ist für Beschäftigte vorgesehen, die ihr privates Fahrzeug beruflich nutzen und die festgelegten Einkommens- und Wegstreckenkriterien erfüllen.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums richtet sich die Hilfe an rund drei Millionen Beschäftigte mit niedrigen Einkommen. Der Betrag entspricht rechnerisch einer Entlastung von 20 Cent je Liter bei einem durchschnittlichen Verbrauch über sechs Monate. Mit der längeren Antragsfrist ändern sich weder die Höhe der Zahlung noch die Voraussetzungen. Sie gibt Anspruchsberechtigten jedoch zusätzliche Zeit, das Verfahren abzuschließen.

Parallel dazu verlängert die Regierung die Kraftstoffhilfen für besonders energieabhängige Branchen bis zum 31. Dezember 2026. Besonders betroffen ist die Küsten- und Hochseefischerei, deren Betriebskosten wesentlich vom Dieselpreis abhängen. Die Unterstützung für französische Fischereiunternehmen steigt von 25 auf 35 Cent je Liter. Nach Angaben der Regierung entspricht dies dem zulässigen europäischen Höchstsatz.

Der Aufstockung waren Proteste in mehreren Mittelmeerhäfen vorausgegangen. Am 17. September blockierten Fischer unter anderem Zufahrten zum Hafen von Nizza und zu einem Kraftstofflager bei Frontignan. Nach Gesprächen mit der für Meer und Fischerei zuständigen Ministerin Catherine Chabaud sagte die Branche zu, die Blockaden aufzuheben. Für Betriebe mit akuten Liquiditätsproblemen stellte Chabaud zudem zinslose Überbrückungskredite in Aussicht.

Künftig soll die staatliche Hilfe 70 Prozent des nachgewiesenen Mehrpreises für Kraftstoff abdecken und dessen Entwicklung folgen. Damit reagiert die Regierung auf Beschwerden aus der Branche, wonach Zahlungen für frühere Förderzeiträume verspätet eingegangen seien. Das Regierungsportal kündigte am 17. September an, die Auszahlungen für Juni, Juli und August zu beschleunigen.

Bereits Anfang September hatte Paris die Entlastungen für Landwirtschaft, Fischerei und Bauwirtschaft zunächst für September und Oktober fortgeführt. Vorgesehen waren 15 Cent je Liter für Landwirte, 25 Cent für die Fischerei und 20 Cent für das Baugewerbe. Die anschließende Erhöhung für Fischereiunternehmen trägt dem besonders hohen Dieselverbrauch vieler Betriebe Rechnung.

Franceinfo beziffert das angekündigte Maßnahmenpaket auf insgesamt 450 Millionen Euro. In den herangezogenen amtlichen Veröffentlichungen wird diese Summe jedoch nicht als einheitlicher neuer Beschluss aufgeschlüsselt. Belegt sind die verlängerte Antragsfrist für Berufspendler, die höhere Dieselhilfe für Fischereiunternehmen und die Fortführung der sektoralen Unterstützung bis Ende 2026.

Quellen

  • Franceinfo: Maßnahmen gegen hohe Kraftstoffpreise
  • Französische Regierung: Kraftstoffhilfen
  • Französisches Wirtschaftsministerium: Großfahrerhilfe
  • Service-Public: Antragsfrist für Großfahrerhilfe
  • Ministerium für ökologischen Wandel: Gespräche mit Mittelmeerfischern
  • Le Monde: Vereinbarungen mit Fischern

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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