Paris – 13.10.2026: Frankreichs Bildungsminister Édouard Geffray hat eine erste Bilanz des kurzfristigen Personaleinsatzes an den Gymnasien gezogen. Nach seinen Angaben sind 35 Prozent der verfügbaren Vertretungslehrer bereits neuen Schulen zugewiesen worden. Mit dem Programm reagiert das Ministerium auf die anhaltenden Proteste von Gymnasiasten gegen Unterrichtsausfälle, unbesetzte Stellen und große Unterschiede bei der personellen Ausstattung der Schulen.
Geffray hatte am 8. Oktober angekündigt, 3000 Lehrkräfte in besonders belastete Gymnasien zu entsenden. Die Zuweisungen sollten vom 9. bis zum 13. Oktober erfolgen. Die nun genannte Quote bezieht sich allerdings auf die verfügbaren Vertretungskräfte. Sie besagt daher nicht, dass bereits 35 Prozent des gesamten angekündigten Kontingents an anderen Schulen eingesetzt werden. Wie viele der 3000 Lehrkräfte ihre neue Aufgabe tatsächlich angetreten haben, geht aus der Angabe nicht hervor.
Die Regierung reagierte mit der Personaloffensive auf eine Protestbewegung, die in der ersten Oktoberwoche zahlreiche Schulen erfasste. Schülerinnen und Schüler beklagten vor allem länger andauernde Vertretungslücken und Stundenpläne mit erheblichen Ausfällen. Nach Angaben des Bildungsministeriums sollen die regionalen Bildungsbehörden zusätzliche Kräfte bevorzugt an jene Schulen schicken, an denen der Unterricht über längere Zeit nicht vollständig gewährleistet war. Seit dem 5. Oktober läuft zudem eine nationale Konsultation über die staatliche Plattform Agora.
Bei den mobilisierten Lehrkräften handelt es sich vor allem um Beamte ohne dauerhafte Zuweisung an eine bestimmte Schule. Solche Vertretungslehrer werden von den regionalen Bildungsverwaltungen geführt und eingesetzt, um befristete oder länger dauernde Ausfälle aufzufangen. Der eilige Rückgriff auf diese Reserve macht zugleich sichtbar, dass Angebot und Bedarf bislang nicht überall zusammenpassen. Entscheidend sind dabei neben der Region auch das benötigte Unterrichtsfach und die jeweilige Schulform.
Geffray stellte außerdem die Einstellung zusätzlicher Vertragslehrer in Aussicht. Die regionalen Behörden sollen dadurch über die ursprünglich für 2026 vorgesehenen Personalansätze hinaus Personal anwerben können. Damit versucht die Regierung, akute Lücken zu schließen, ohne bislang eine umfassende Neuordnung der Personalplanung vorzulegen.
Die Schülerbewegung erhebt allerdings weiter reichende Forderungen. Ihre Kritik richtet sich auch gegen die Unterrichtsbedingungen, Auswahlverfahren beim Hochschulzugang und fehlende Studienplätze. Premierminister Sébastien Lecornu hat weitere Entscheidungen für Ende Oktober angekündigt. Ob die bisherigen Maßnahmen den Schulalltag spürbar verbessern, lässt sich an der Quote von 35 Prozent noch nicht ablesen: Eine landesweite Bilanz der tatsächlich besetzten Stellen und vermiedenen Ausfallstunden liegt bislang nicht vor.
Quellen
- franceinfo
- Französisches Bildungsministerium
- TF1 Info
- Le Monde
- RTL
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).