Wirtschaft

Frankreich gibt Dieselreserven frei, um Preise zu senken

Frankreich stellt ab dem 1. November zehn Millionen Barrel Diesel aus strategischen Beständen bereit. Premierminister Sébastien Lecornu rechnet an den Tankstellen mit einem Preisrückgang von 12 bis 18 Cent je Liter.

Paris – 08.10.2026: Die französische Regierung will ab dem 1. November zehn Millionen Barrel Diesel aus den strategischen Ölbeständen des Landes auf den Markt bringen. Premierminister Sébastien Lecornu kündigte die Maßnahme am Mittwochabend in Paris an. Nach Einschätzung der Regierung könnte der Preis für einen Liter Diesel dadurch um 12 bis 18 Cent sinken. Die Freigabe soll sich über drei Monate erstrecken.

Die betreffenden Mengen wurden Lecornu zufolge vor dem jüngsten starken Anstieg der internationalen Ölpreise erworben. Sie sollen den Vertriebsunternehmen zum damaligen Einstandspreis angeboten werden. Der Staat setzt damit auf eine direkte Entlastung beim Einkauf, ohne die Verbrauchsteuer auf Kraftstoffe zu senken oder eine neue allgemeine Beihilfe für Autofahrer einzuführen.

Auslöser sind die Belastungen der Energiemärkte durch den Konflikt am Golf und die Störungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Diesel hat sich in Frankreich besonders stark verteuert. Nach Berechnungen auf Grundlage staatlicher Preisdaten kostete ein Liter zuletzt landesweit rund 2,34 Euro. Benzin der Sorte Super E10 lag bei etwa 2,14 Euro je Liter. Hohe Dieselpreise treffen neben Pendlern vor allem Speditionen, Handwerksbetriebe und Unternehmen mit großen Fahrzeugflotten.

Lecornu begründete den Verzicht auf eine Steuersenkung mit der angespannten Haushaltslage. Die Regierung könne die pauschalen Hilfen aus der Energiekrise von 2022 nicht wiederholen. Die Nutzung vorhandener Reserven vermeidet zunächst zusätzliche Haushaltsausgaben. Wie stark die Tankstellenpreise tatsächlich sinken, hängt allerdings davon ab, ob Raffinerien, Großhändler und Betreiber den günstigeren Bezug an ihre Kunden weiterreichen. Zudem können sich regionale Preisunterschiede und die Entwicklung des Rohölmarkts auf die Wirkung auswirken.

Der Rassemblement National begrüßte den Schritt. Die Partei hatte seit dem Frühjahr gefordert, strategische Vorräte zur Dämpfung der Kraftstoffpreise einzusetzen. Der Ökonom Patrice Geoffron mahnte dagegen zu einem vorsichtigen Umgang mit den Beständen. Sie dienten der Absicherung schwerer Versorgungsstörungen und seien kein dauerhaftes Mittel zur Preisregulierung. Die Regierung verknüpft die Freigabe deshalb ausdrücklich mit der gegenwärtigen Ausnahmelage am Ölmarkt.

Frankreich muss als Mitglied der Internationalen Energieagentur Öl- und Produktvorräte im Umfang von mindestens 90 Tagen seiner Nettoimporte vorhalten. Die Agentur rief ihre Mitgliedstaaten am 7. Oktober dazu auf, die bereits im März 2026 beschlossene koordinierte Freigabe von Reserven zu beschleunigen. Weltweit waren im Zuge dieser Aktion bis dahin rund 325 Millionen Barrel bereitgestellt worden.

Die französische Maßnahme bleibt auf Diesel begrenzt; für Benzin wurde keine vergleichbare Entlastung angekündigt. Nach einer Beruhigung des Marktes müssen die strategischen Bestände wieder aufgefüllt werden.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Parisien
  • Internationale Energieagentur

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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