Wirtschaft

Frankreichs Appetit auf Hühnerfleisch wächst schneller als die Produktion

Der Verbrauch von Hühnerfleisch steigt in Frankreich kräftig. Obwohl heimische Betriebe ihre Erzeugung ausbauen, halten sie mit der Nachfrage nicht Schritt. Inzwischen wird mehr als die Hälfte des Bedarfs durch Importe gedeckt.

Paris – 20.08.2026: Frankreich verbraucht so viel Hühnerfleisch wie nie zuvor. Die heimischen Geflügelhalter weiten ihre Erzeugung zwar aus, können mit der wachsenden Nachfrage jedoch nicht Schritt halten. Mehr als jedes zweite in Frankreich verzehrte Huhn stammt inzwischen rechnerisch aus dem Ausland. Besonders stark haben zuletzt die Lieferungen aus Polen zugenommen.

Nach der jüngsten Jahresbilanz des staatlichen Agrarstatistikdienstes Agreste stieg der französische Hühnerfleischverbrauch 2025 um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2024 lag er sogar 15,7 Prozent höher. Hühnerfleisch ist damit der wesentliche Wachstumstreiber beim Geflügelkonsum. Franceinfo berichtet von einer Branche, die sich außerstande sieht, die zusätzliche Nachfrage kurzfristig aus eigener Produktion zu bedienen.

Auch die französischen Betriebe erzeugten mehr: Die Hühnerproduktion nahm 2025 um 2,1 Prozent zu, nachdem sie 2024 bereits um 7,3 Prozent gewachsen war. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 945 Millionen Tiere aus der Mastgeflügelhaltung erfasst. Doch selbst diese Ausweitung genügte nicht, um den Mehrverbrauch auszugleichen. Das Wachstum der Nachfrage fiel erneut stärker aus als der Zuwachs in den Ställen.

Die Lücke schließen vor allem Anbieter aus anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Importe deckten 2025 nach Angaben von Agreste 52,1 Prozent des französischen Hühnerfleischverbrauchs. Fünf Jahre zuvor waren es noch 41,6 Prozent gewesen. Die eingeführte Menge stieg innerhalb eines Jahres um 9,7 Prozent. Polen gehört dabei zu den Lieferländern, deren Bedeutung für den französischen Markt besonders deutlich gewachsen ist.

Diese Verschiebung schlägt sich in der Handelsbilanz nieder. Frankreich führt erheblich mehr Hühnerfleisch ein, als es ausführt; 2025 vergrößerte sich das Defizit sowohl mengenmäßig als auch wertmäßig. Die jüngsten Daten für Mai 2026 zeigen zugleich, dass die Geflügelschlachtungen im Inland auf hohem Niveau blieben. Der Außenhandelssaldo verschlechterte sich dennoch weiter. Eine hohe Auslastung der heimischen Produktion reicht daher bislang nicht aus, um den Importbedarf zu senken.

Für die Geflügelhalter schafft der wachsende Absatz grundsätzlich Investitionsanreize. Ein rascher Kapazitätsausbau stößt jedoch an praktische Grenzen: Neue Ställe müssen finanziert, genehmigt und gebaut werden; außerdem benötigen die Betriebe Küken, Futter und Arbeitskräfte. Franceinfo zitiert Vertreter der Branche mit der Einschätzung, die Produktion müsse zur Deckung der Nachfrage erheblich ausgeweitet werden. Bis zusätzliche Kapazitäten verfügbar sind, bleibt Frankreichs wachsender Hühnerfleischkonsum in hohem Maße von europäischen Lieferanten abhängig.

Quellen

  • Franceinfo
  • Agreste – Staatliche Agrarstatistik
  • Agreste – Jahresbilanz 2025 zur Fleischversorgung

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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