Paris – 28.09.2026: Frankreichs Bildungsminister Édouard Geffray hat den geplanten Fragebogen zu sexistischer und sexueller Gewalt an Schulen verteidigt. Die Befragung soll am 5. November 2026, dem nationalen Aktionstag gegen Mobbing an Schulen, stattfinden. Vorgesehen ist, Schülerinnen und Schüler von der Vorschule bis zum Abschlussjahrgang einzubeziehen. Das Vorhaben ergänzt die jährliche Erhebung zum schulischen Mobbing.
Geffray sagte am Montag, der Fragebogen solle Minderjährigen zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, über erlebte Gewalt zu sprechen. Die schriftliche Befragung sei jedoch nur ein Teil eines umfassenderen Schutzsystems. Sie könne Hinweise auf mögliche Gefährdungen liefern, ersetze aber weder persönliche Gespräche noch die gesetzlich vorgesehenen Meldungen und Schutzmaßnahmen durch Fachkräfte.
Nach den bislang bekannten Eckpunkten sollen die Fragen an das Alter der Kinder und Jugendlichen angepasst werden. Antworten können zunächst anonym erfolgen. Wer Unterstützung wünscht, soll den eigenen Namen angeben und damit den Kontakt zu einer Vertrauensperson in der Schule ermöglichen können. Gerade diese Verbindung von geschützter Auskunft und konkretem Hilfsangebot gehört zu den schwierigsten Punkten des Konzepts.
Das Vorhaben ist landesweit angelegt. Zu Beginn des Schuljahres 2026 besuchen rund 11,6 Millionen Schülerinnen und Schüler etwa 57.700 Schulen und Bildungseinrichtungen in Frankreich. Die Regierung will Fälle früher erkennen, die im Schulalltag verborgen bleiben. Werden Gewalterfahrungen außerhalb der Schule offengelegt, hängt die weitere Hilfe allerdings davon ab, ob Zuständigkeiten, Meldewege und Betreuung vor Ort verlässlich geregelt sind.
Gewerkschaften, Elternvertretungen und Fachleute für Kinderschutz äußern Vorbehalte. Besonders schwierig sei es, Fragen für sehr junge Kinder verständlich und zugleich behutsam zu formulieren. Anonyme Antworten könnten zwar auf ein Problem in einer Klasse oder Altersgruppe hinweisen, ermöglichten ohne Namensangabe aber keine unmittelbare individuelle Hilfe. Das Ministerium hat den Entwurf überarbeitet und weitere Beratungen vorgesehen.
Die Behandlung im Obersten Bildungsrat war zunächst für den 17. September geplant und wurde auf den 1. Oktober 2026 verschoben. Bis zur Ausgabe des Fragebogens bleibt damit wenig Zeit, um Fragen, Begleitung und Reaktionswege abzustimmen. Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Gesundheitsdienste und Schulleitungen tragen bei möglichen Offenlegungen unterschiedliche Aufgaben und rechtliche Pflichten.
Mit der Befragung erweitert das Ministerium den Blick auf Gewalt an Schulen: Sie soll nicht allein als Disziplinar- oder Mobbingproblem behandelt werden, sondern ebenso als Aufgabe des Kinderschutzes. Für die Umsetzung sind vor allem altersgerechte Fragen sowie erreichbare Vertrauens- und Fachpersonen an den Schulen erforderlich.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Bildungsministerium
- Public Sénat
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).