Wirtschaft

Frankreichs Haushalt 2027 belastet vor allem höhere Renten

Frankreichs Regierung will das öffentliche Defizit mit einem Sparpaket von 54 Milliarden Euro senken. Renten oberhalb von 1.260 Euro sollen nicht an die Inflation angepasst, ein Steuervorteil für Rentner begrenzt werden.

Paris – 01.10.2026: Frankreichs Regierung hat am Donnerstag ihre Entwürfe für den Staatshaushalt und die Sozialversicherung 2027 vorgestellt. Das Konsolidierungsprogramm umfasst 54 Milliarden Euro, darunter 43 Milliarden Euro aus neuen Maßnahmen. Damit soll das öffentliche Defizit von voraussichtlich 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2026 auf 5,0 Prozent im Jahr 2027 sinken.

Einen wesentlichen Teil der Last sollen Rentner tragen. Altersrenten von mehr als 1.260 Euro im Monat sollen 2027 nicht an die Inflation angepasst werden. Kleinere Renten, die Mindestsicherung für ältere Menschen, das Mindesteinkommen RSA und die Beihilfe für Menschen mit Behinderung bleiben nach Angaben der Regierung ausgenommen. Die Bezüge werden also nicht nominell gekürzt, verlieren bei steigenden Preisen jedoch an Kaufkraft.

Zudem will das Kabinett den pauschalen Steuerabzug von zehn Prozent auf Renteneinkünfte begrenzen. Der maximal abziehbare Betrag soll von derzeit 4.439 Euro auf 3.000 Euro je Haushalt sinken. Dadurch wächst vor allem bei Haushalten mit höheren Alterseinkünften die steuerliche Bemessungsgrundlage. Aus der ausgesetzten Rentenanpassung und der Begrenzung des Steuervorteils erwartet die Regierung zusammen 5,5 Milliarden Euro.

Gleichzeitig verspricht sie, die Steuern 2027 nicht allgemein zu erhöhen. Der Einkommensteuertarif soll weiter an die Inflation angepasst werden. Den Zuschlag zur Körperschaftsteuer für große Unternehmen will das Kabinett um ein Drittel verringern. Weitere Einnahmen sollen durch den Kampf gegen Steuer- und Sozialbetrug entstehen.

Auch die staatliche Verwaltung soll sparen. Außerhalb des Verteidigungsbereichs werden die Ausgaben der Ministerien gegenüber 2026 nominal eingefroren. Behörden und öffentliche Einrichtungen sollen Stellen abbauen. Polizei, Gendarmerie, Justiz, Zoll, Streitkräfte und Schulen erhalten dagegen zusätzliches Personal. Die Gebietskörperschaften sollen ihre laufenden Ausgaben höchstens entsprechend der Inflation steigern.

In der Sozialversicherung soll das Defizit von 21,8 Milliarden Euro im Jahr 2026 auf 12,7 Milliarden Euro im Folgejahr fallen. Die Gesundheitsausgaben dürfen nach den Plänen um 2,0 Prozent wachsen. Für Krankenhäuser sind drei Prozent mehr Mittel vorgesehen; zugleich sollen die Ausgaben für Arbeitsunfähigkeitszeiten und weitere Leistungen strenger begrenzt werden.

Beschlossen sind die Vorhaben noch nicht. Nach der Vorstellung im Ministerrat werden die Entwürfe in Nationalversammlung und Senat beraten. Die Regierung bezeichnet einzelne Maßnahmen als verhandelbar, hält aber am Defizitziel von 5,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts fest.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französische Regierung: Ministerratsprotokoll vom 1. Oktober 2026
  • Französisches Wirtschaftsministerium
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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