Paris – 30.09.2026: Die Inflation in Frankreich ist im September auf 3 Prozent gestiegen. Im August hatten die Verbraucherpreise nach Angaben des Nationalen Instituts für Statistik und Wirtschaftsstudien noch 2,4 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen. Den stärkeren Preisauftrieb führt das Statistikamt vor allem auf höhere Energiekosten und deutliche Preissteigerungen bei frischen Lebensmitteln zurück.
Für die Haushalte wird die Teuerung damit an zwei besonders spürbaren Stellen sichtbar: bei Kraftstoffen, Strom und Heizung sowie beim täglichen Einkauf. Frische Erzeugnisse reagieren vergleichsweise rasch auf ungünstige Witterung, geringere Erntemengen und steigende Transportkosten. Die sommerliche Hitze belastete Teile der französischen Landwirtschaft. Das Statistikamt rechnet daher kurzfristig mit weiterem Preisdruck, insbesondere bei Gemüse.
Hinzu kommt der erneute Energieschock infolge des Krieges im Iran und der Blockade der Straße von Hormus. Durch die Meerenge wird ein bedeutender Teil des weltweit gehandelten Erdöls und Flüssiggases transportiert. Störungen auf dieser Route schlagen deshalb schnell auf Großhandelspreise, Raffineriekosten und schließlich auf die Preise an Tankstellen durch. Die französische Regierung hat ihre Hilfen für besonders belastete Berufspendler und Unternehmen ausgeweitet.
Die Banque de France hatte Mitte September vor einem neuen Inflationsschub gewarnt. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet sie im Durchschnitt eine Teuerungsrate von 2,3 Prozent. Als wesentliche Risiken nannte sie die Folgen des Nahostkrieges für Öl, Gas und Raffineriemargen. Der zugrunde liegende Preisauftrieb ohne Energie und Nahrungsmittel blieb nach ihrer Einschätzung deutlich schwächer. Das spricht dafür, dass die Beschleunigung bislang vor allem von einzelnen, besonders schwankungsanfälligen Gütergruppen ausgeht.
Der Anstieg erschwert zugleich die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Deren Rat erhöhte am 10. September die drei Leitzinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Begründet wurde der Schritt mit anhaltendem Inflationsdruck und der Gefahr, dass höhere Energiekosten über Transport, Produktion und Dienstleistungen auf weitere Preise übergreifen. Höhere Zinsen verteuern allerdings auch Kredite für Haushalte und Unternehmen und können Investitionen sowie den privaten Konsum bremsen.
Frankreich verfügt nach Angaben des Élysée-Palasts über Gasreserven, die den europäischen Vorgaben für den kommenden Winter entsprechen. Das verringert die Gefahr unmittelbarer Versorgungsengpässe, schützt Verbraucher und Unternehmen aber nicht vor höheren Marktpreisen. Die Regierung bemüht sich deshalb um zusätzliche Bezugswege und eine internationale Abstimmung der Liefermengen.
Der Septemberwert ist zunächst eine vorläufige Momentaufnahme. Die ausführlichen und endgültigen Inflationsdaten will das Statistikamt am 15. Oktober 2026 veröffentlichen.
Quellen
- Franceinfo
- Nationales Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien
- Banque de France
- Élysée-Palast
- Ministerium für ökologischen Wandel
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).