Wirtschaft

Frankreichs Maisernte fällt auf den tiefsten Stand seit 1976

Frankreich dürfte 2026 nur rund sieben Millionen Tonnen Körnermais ernten. Kleinere Anbauflächen, Dürre und Hitze setzen den Betrieben zu und lassen den Importbedarf steigen.

Paris – 21.10.2026: Frankreichs Körnermaisernte dürfte 2026 auf rund sieben Millionen Tonnen fallen und damit fast halb so groß ausfallen wie im Vorjahr. Das Pflanzenbauinstitut Arvalis beziffert die Produktion auf 7,04 Millionen Tonnen, 49 Prozent weniger als 2025. Nach dieser Schätzung wäre es die niedrigste französische Körnermaisernte seit 1976.

Die amtliche Agrarstatistik Agreste hatte Mitte Oktober eine etwas höhere Prognose von 7,3 Millionen Tonnen veröffentlicht. Auch dieser Wert liegt nahezu 50 Prozent unter dem Vorjahresergebnis von 13,6 Millionen Tonnen. Die Abweichung erklärt sich durch unterschiedliche Erhebungszeitpunkte und Methoden. Beide Berechnungen beschreiben jedoch einen außergewöhnlich starken Einbruch.

Nach Angaben von Agreste schrumpfte die Anbaufläche für Körnermais binnen eines Jahres um 28 Prozent. Zugleich sank der Ertrag je Hektar um 27 Prozent. Arvalis veranschlagt den durchschnittlichen Hektarertrag auf 6,67 Tonnen. Zwischen bewässerten und unbewässerten Feldern zeigten sich erhebliche Unterschiede: Bestände mit gesicherter Wasserversorgung brachten deutlich höhere Erträge.

Als Ursachen nennen die Fachleute vor allem die Trockenheit und mehrere Phasen extremer Hitze im Sommer 2026. Besonders schwer wog demnach die Hitzewelle Ende Juni, als viele Maispflanzen in der empfindlichen Blüte standen. Zudem wurden Flächen vom Körnermais auf Futtermais und Energiepflanzen umgestellt, wodurch das verfügbare Erntevolumen weiter sank.

Der Verband der französischen Maiserzeuger AGPM beziffert den Umsatzverlust der Betriebe auf 2,5 Milliarden Euro. Diese Summe ist eine Berechnung der Branche und keine amtliche Schadensbilanz. Der Verband verlangt staatliche Liquiditätshilfen von 450 Euro je Hektar. Damit sollen betroffene Ackerbaubetriebe Betriebsmittel beschaffen und die nächste Aussaat finanzieren können.

Die geringere Ernte trifft Futtermittelhersteller, Stärkeproduzenten und weitere industrielle Abnehmer. Arvalis erwartet deshalb höhere französische Importe. Ob und wie stark sich die Knappheit auf Preise auswirkt, hängt auch von der Ernte in anderen europäischen Anbauländern sowie den internationalen Maispreisen ab. Zuckermais war weniger stark betroffen, weil diese Kulturen häufiger bewässert werden. Dort rechnet Arvalis mit einem Produktionsrückgang von zwölf Prozent.

Für viele Betriebe verschärft der Ernteausfall die wirtschaftlichen Folgen eines Sommers mit Wasserknappheit und hohen Temperaturen. Die AGPM verbindet ihre Hilfsforderung deshalb mit dem Ruf nach zusätzlichen Wasserreserven und Bewässerungsanlagen. Nach ihrem Vorschlag soll Frankreichs nationale Speicherkapazität bis 2035 um eine Milliarde Kubikmeter wachsen. Das wäre ein langfristiges Infrastrukturprogramm; über Finanzierung, Standorte und Genehmigungen ist damit noch nicht entschieden.

Quellen

  • Franceinfo
  • Agreste, französische Agrarstatistik des Landwirtschaftsministeriums
  • Agra Fil unter Berufung auf Arvalis und AGPM

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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