Paris – 20.09.2026: Gabriel Attal hat seinen Anspruch auf die Präsidentschaftskandidatur des politischen Zentrums bekräftigt. In einer Sendung von France 2 sagte der Vorsitzende von Renaissance, die Sammlung werde sich hinter ihm vollziehen. Zugleich versicherte der frühere Premierminister, seine Kandidatur bis zum Ende des Wahlkampfs für die Präsidentenwahl 2027 aufrechterhalten zu können.
Attal diskutierte in der Sendung mit Marion Maréchal, Europaabgeordnete und Vorsitzende der Bewegung Identité-Libertés. Damit trafen zwei deutlich voneinander entfernte politische Lager aufeinander: Attal vertritt die aus dem Umfeld von Präsident Emmanuel Macron hervorgegangene Partei Renaissance, Maréchal eine nationalkonservative Rechte außerhalb des Rassemblement National von Marine Le Pen.
Attals Aussage richtet sich vor allem an das zersplitterte politische Zentrum. Dort konkurriert er mit Édouard Philippe, dem Vorsitzenden von Horizons und ebenfalls früheren Premierminister. Beide bemühen sich darum, über das bisherige Regierungsbündnis hinaus Wähler aus der bürgerlichen Rechten und der gemäßigten Linken anzusprechen. Eine gemeinsame Vorentscheidung oder ein verbindliches Verfahren zur Auswahl eines Kandidaten gibt es bislang nicht.
Seine Ambitionen hatte Attal bereits im Sommer offen vertreten. Beim französischen Unternehmerverband Mouvement des entreprises de France stellte er Ende August wirtschaftspolitische Vorschläge vor. Dazu gehörte das Ziel, das öffentliche Defizit bis 2032 auf weniger als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken. Diesen Kurs verbindet er mit der Forderung nach größerer europäischer Handlungsfähigkeit.
Der jüngste Auftritt fällt in eine Phase, in der zahlreiche Bewerber um ähnliche Wählergruppen konkurrieren. Neben Attal und Philippe suchen auch Raphaël Glucksmann, Bruno Retailleau und Marine Tondelier Unterstützung außerhalb der politischen Pole von Rassemblement National und La France insoumise. Ihre programmatischen Unterschiede sind beträchtlich; gemeinsam ist ihnen vorerst vor allem der Anspruch, eine Alternative zu diesen beiden Kräften anzubieten.
Maréchal wiederum wirbt für eine Neuordnung der französischen Rechten. Nach ihrer Entfernung von der Partei Marine Le Pens versucht sie, konservative, identitätspolitische und wirtschaftsliberale Wählerschichten zu bündeln. Die Fernsehdiskussion gab Attal Gelegenheit, sich von einer Rechten abzugrenzen, die nationale Souveränität, eine restriktivere Einwanderungspolitik und gesellschaftspolitischen Konservatismus betont.
Die angekündigte Sammlung ist bislang ein Führungsanspruch, keine erzielte Einigung. Renaissance verfügt zwar über eine landesweite Parteistruktur und parlamentarische Erfahrung, muss seine Eigenständigkeit nach der Ära Macron jedoch erst beweisen. Emmanuel Macron darf nach zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten 2027 nicht erneut für das Präsidentenamt kandidieren.
Quellen
- Franceinfo
- France 2
- Le Monde
- LCP – Assemblée nationale
- Public Sénat
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).