Politik & Gesellschaft

Gelbwesten rufen für den 24. Oktober zu neuen Protesten auf

Nach den Kundgebungen vom 17. Oktober planen die Gelbwesten einen weiteren Aktionstag. In Paris ist ein Demonstrationszug von der Bastille zur Opéra angemeldet, die Regierung kündigt ein großes Polizeiaufgebot an.

Paris – 21.10.2026: Die Koordination der Gelbwesten hat für Samstag, den 24. Oktober, zu einem weiteren landesweiten Aktionstag aufgerufen. In Paris wurde nach Angaben eines Vertreters der Bewegung bei der Polizeipräfektur eine Demonstration von der Place de la Bastille zur Opéra angemeldet. Benjamin Ball, Mitbegründer der Internetseite 17octobregiletjaune.net, wirbt damit für eine Fortsetzung der Kundgebungen vom 17. Oktober.

Der Aufruf verbindet Forderungen nach höherer Kaufkraft, dem Schutz öffentlicher Dienste und der Wahrung des Demonstrationsrechts mit einem politischen Appell an Präsident Emmanuel Macron. Die Organisatoren verlangen die Einberufung von Etats généraux, einer landesweiten Beratungsversammlung nach historischem französischem Vorbild. Ball fordert darüber hinaus den Rücktritt des Staatschefs. Für die gesamte Bewegung kann er allerdings nicht sprechen: Die Gelbwesten verfügen über keine einheitliche, demokratisch legitimierte Führung.

In einem Interview mit Franceinfo erhob Ball schwere Vorwürfe gegen Polizei und Staat. Er machte sie für Gewalt im Umfeld sozialer Proteste verantwortlich. Dabei handelt es sich um die politische Stellungnahme eines Aktivisten, nicht um das Ergebnis einer unabhängigen Untersuchung einzelner Einsätze oder Ausschreitungen. Nach den Ereignissen des vergangenen Wochenendes wird in Paris zu zwei Todesfällen ermittelt. Deren Umstände waren nach Angaben von Justiz und Polizeipräfektur zunächst ungeklärt.

Die neue Mobilisierung folgt auf den Protesttag vom 17. Oktober, der von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten, studentischen Forderungen und örtlichen Blockadeaufrufen geprägt war. Zur Beteiligung liegen stark voneinander abweichende Angaben vor: Medien berichteten unter Berufung auf das Innenministerium von rund 550.000 Teilnehmern, die Organisatoren nannten etwa 800.000. Unabhängig überprüft sind diese Gesamtzahlen nicht.

Für den 24. Oktober werden erneut Aktionen in zahlreichen Städten angekündigt. Eine von Aktivisten betriebene Karte verzeichnete am 21. Oktober mehrere Hundert geplante Zusammenkünfte. Die Einträge können sich kurzfristig ändern und belegen keine behördliche Genehmigung. Nach Angaben der Organisatoren wollen sich auch Teile der Studentenbewegung, Gewerkschaftsmitglieder und Beschäftigte verschiedener Berufsgruppen beteiligen.

Die Regierung reagiert vor allem mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Premierminister Sébastien Lecornu räumte im Parlament Mängel am Einsatzkonzept des vergangenen Wochenendes ein und kündigte für den 24. Oktober ein großes Polizeiaufgebot an. Er verwies auf Gewalttaten und Plünderungen am Rande der vorherigen Proteste. Die Einsatzkräfte sollen angemeldete Versammlungen schützen und gezielte Ausschreitungen verhindern.

Organisatorisch knüpft der Aufruf an die Gelbwestenproteste von 2018 an: dezentrale Mobilisierung über digitale Plattformen, örtliche Aktionen und eine breite soziale Programmatik. Der angemeldete Marsch zwischen Bastille und Opéra gibt dem Pariser Protest diesmal einen festen Rahmen. Ob die Präfektur die Route unverändert zulässt, war am Mittwoch noch offen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • 17octobregiletjaune.net
  • TF1 Info

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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