Paris – 19.07.2026: Die Vergangenheit trägt in "The Last Kingdom" Kettenhemd, führt Schwertkämpfe und verhandelt doch vor allem über Zugehörigkeit. In seiner sommerlichen Reihe über Serien, die Geschichte neu erzählen, richtet Laurent Valière bei Franceinfo an diesem Sonntag den Blick auf das britische Historienformat. Die fünf Staffeln sind weiterhin bei Netflix verfügbar und führen in das England des frühen Mittelalters.
Im Mittelpunkt steht Uhtred von Bebbanburg, verkörpert von Alexander Dreymon. Er wird als Sohn eines sächsischen Adligen geboren, wächst nach einem Überfall jedoch bei dänischen Wikingern auf. Aus dieser doppelten Prägung gewinnt die Serie ihren eigentlichen Ton: Uhtred gehört zu zwei Welten und bleibt doch in keiner völlig zu Hause. Sein Wunsch, den Anspruch auf seine Heimat Bebbanburg zurückzugewinnen, verbindet das Persönliche mit dem politischen Drama.
Historischer Bezugspunkt ist die Zeit, in der Alfred der Große sein Reich Wessex gegen skandinavische Eroberer verteidigt. Die Serie macht aus der komplizierten Entstehung Englands kein Seminar, aber auch keine bloße Kostümkulisse. Bündnisse kippen, Glaubensfragen werden zu Machtfragen, Familienbindungen zu riskanten Verträgen. Gerade diese Reibung zwischen Sachsen und Dänen verleiht den Schlachten ihre erzählerische Bedeutung.
"The Last Kingdom" beruht auf Bernard Cornwells Romanreihe "The Saxon Stories". Die Figur Uhtred ist erfunden, zahlreiche Herrscher und Konflikte haben jedoch historische Vorbilder. Das Format erlaubt sich daher die Freiheiten des fiktionalen Erzählens, ohne seine Welt ganz vom geschichtlichen Boden zu lösen. Seine Stärke liegt weniger in akribischer Rekonstruktion als in der Vorstellung, wie zerrissen ein Leben in einem Land ohne feste nationale Gewissheit gewesen sein könnte.
Netflix führt die Serie als britisches Historiendrama mit fünf Staffeln; neben Dreymon gehören Emily Cox und David Dawson zur prägenden Besetzung. Dawson spielt Alfred mit einer Mischung aus körperlicher Fragilität und politischer Härte. Dadurch wird die Herrscherfigur nicht zur bronzenen Statue, sondern zum Strategen, der weiß, dass Einigung oft ein anderes Wort für Zumutung ist.
Abgeschlossen wurde die Serienhandlung 2023 mit dem Film "The Last Kingdom: Seven Kings Must Die". Dort setzt sich Uhtreds Weg nach dem Tod König Edwards in einem zersplitterten Reich fort, dessen Einigung greifbarer scheint als zuvor. Die Sommerfolge bei Franceinfo erinnert damit nicht nur an ein populäres Serienabenteuer, sondern auch daran, warum historische Stoffe auf dem Bildschirm so beharrlich gegenwärtig bleiben: Sie erzählen von Grenzen, Loyalitäten und dem unruhigen Wunsch, irgendwo dazuzugehören.
Quellen
- Franceinfo
- Netflix
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).