Politik & Gesellschaft

Handy am Steuer kann in ganz Frankreich den Führerschein kosten

Frankreichs Präfekten sollen bei der Nutzung eines Mobiltelefons am Steuer häufiger eine vorläufige Führerscheinsperre verhängen. Das gilt auch ohne weiteren Verkehrsverstoß.

Paris – 04.10.2026: Wer in Frankreich am Steuer ein Mobiltelefon in der Hand hält, muss künftig im ganzen Land mit einer vorläufigen Führerscheinsperre rechnen. Das Innenministerium hat die Präfekten angewiesen, ihre bereits bestehenden Befugnisse konsequenter zu nutzen. Bislang wurde eine solche administrative Maßnahme nur in rund zwanzig Départements regelmäßig verhängt.

Die gemeinsame Anweisung von Innenminister Laurent Nuñez und der beigeordneten Ministerin für Staatsbürgerschaft, Marie-Pierre Vedrenne, stammt vom 29.09.2026. Vedrenne stellte die neue Linie am 02.10.2026 öffentlich vor. Sie soll die bisher regional unterschiedliche Praxis vereinheitlichen. Eine Sperre kann demnach auch dann angeordnet werden, wenn neben dem Telefonieren am Steuer kein weiterer Verkehrsverstoß festgestellt wurde. Über ihre Dauer entscheidet die jeweils zuständige Präfektur.

Polizei und Gendarmerie sprechen bei einer Kontrolle nicht selbst die endgültige Sanktion aus. Sie stellen den Verstoß fest und leiten den Vorgang an die Präfektur weiter. Diese entscheidet über die vorläufige administrative Aussetzung der Fahrerlaubnis und informiert den Betroffenen. Das Verfahren ist von einem möglichen späteren Gerichtsverfahren zu unterscheiden. Auch die übliche Geldbuße und der Punkteabzug bleiben davon unberührt.

Das französische Straßenverkehrsrecht verbietet ausdrücklich, während der Fahrt ein Mobiltelefon in der Hand zu halten. Der Verstoß wird grundsätzlich mit 135 Euro Bußgeld und dem Abzug von drei Punkten geahndet. Zusätzlich kann eine richterliche Führerscheinsperre von bis zu drei Jahren verhängt werden. Die vom Innenministerium verlangte Verwaltungspraxis setzt früher an: Sie soll eine rasche Reaktion ermöglichen, noch bevor ein Gericht über den Fall entscheidet.

Begründet wird die strengere Linie mit dem Unfallrisiko durch Ablenkung. Nach Angaben der französischen Verkehrssicherheitsbehörde verdreifacht die Nutzung eines Telefons während der Fahrt das Risiko eines Unfalls. Nahezu acht von zehn Befragten geben demnach an, am Steuer ihr Telefon zu benutzen. Im Jahr 2025 kamen auf Frankreichs Straßen mehr als 3.500 Menschen ums Leben. Die Angaben erfassen sämtliche tödlichen Verkehrsunfälle und nicht allein solche, bei denen ein Mobiltelefon eine Rolle spielte.

Mehrere Départements hatten die strengere Praxis bereits erprobt. Im südwestfranzösischen Département Landes wurden nach Angaben des Ministeriums innerhalb von drei Monaten seit November 2025 rund 300 administrative Führerscheinsperren verhängt. Die landesweite Anweisung schafft keinen neuen Straftatbestand. Sie sorgt vielmehr dafür, dass eine vorhandene Sanktionsmöglichkeit unabhängig vom Kontrollort häufiger angewandt werden kann.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Innenministerium – Ma Sécurité
  • Légifrance – Code de la route
  • Le Monde
  • Französische Verkehrssicherheitsbehörde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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