Paris – 23.09.2026: Die gestiegenen Preise an Frankreichs Tankstellen zwingen viele Beschäftigte, ihren Arbeitsweg neu zu organisieren. Wie Franceinfo am Dienstag berichtete, fragen manche Arbeitnehmer bei ihren Unternehmen nach zusätzlichen Tagen im Homeoffice. Andere bilden Fahrgemeinschaften, stimmen Arbeitszeiten aufeinander ab oder bündeln private Wege, um seltener fahren zu müssen.
Die Belastung ist binnen weniger Wochen merklich gewachsen. Nach täglichen Auswertungen staatlicher Preisdaten lag der landesweite Durchschnittspreis für Diesel am 22. September bei 2,402 Euro je Liter. Anfang des Monats waren es noch 2,218 Euro gewesen. Das entspricht einem Anstieg um gut 18 Cent je Liter. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern entstehen damit rund neun Euro zusätzliche Kosten.
Die Regierung führt die Entwicklung auf anhaltende Störungen in der Straße von Hormus, gegenseitige Angriffe der Vereinigten Staaten und Irans sowie Spannungen bei der Versorgung der Raffinerien zurück. Besonders stark betroffene Berufspendler können weiterhin eine staatliche Hilfe von 100 Euro beantragen. Nach Angaben der Steuerverwaltung läuft die Frist bis einschließlich 30. September 2026. Die Unterstützung ist an persönliche und berufliche Voraussetzungen gebunden.
Homeoffice senkt die Fahrtkosten unmittelbar, steht Beschäftigten jedoch nicht automatisch zu. Im privaten Sektor wird Telearbeit durch eine Betriebsvereinbarung, eine Charta des Arbeitgebers oder eine individuelle Absprache geregelt. Ob zusätzliche Heimarbeitstage möglich sind, hängt deshalb von der Tätigkeit, der betrieblichen Organisation und bestehenden Vereinbarungen ab. Beschäftigte in Produktion, Handel, Pflege oder anderen ortsgebundenen Berufen haben diese Möglichkeit meist nicht.
Auch Fahrgemeinschaften lassen sich betrieblich fördern. Über das sogenannte Paket für nachhaltige Mobilität können Arbeitgeber Beschäftigten Zuschüsse zahlen, wenn sie für den Arbeitsweg als Fahrer oder Mitfahrer eine Fahrgemeinschaft nutzen. Der steuer- und sozialabgabenbegünstigte Höchstbetrag liegt 2026 bei bis zu 600 Euro im Jahr. Ein allgemeiner Anspruch darauf besteht allerdings nicht. Erforderlich ist eine betriebliche Regelung oder eine Entscheidung des Arbeitgebers nach Anhörung der Arbeitnehmervertretung.
Wie stark die höheren Preise einzelne Haushalte treffen, entscheidet daher auch der Wohnort. Wer in einer größeren Stadt mit dichtem Nahverkehr lebt, kann eher auf Bus, Bahn oder Fahrrad ausweichen. In ländlichen Gebieten sind Entfernungen häufig länger und öffentliche Verbindungen seltener. Schichtarbeit und wechselnde Einsatzorte erschweren zudem die Bildung verlässlicher Fahrgemeinschaften.
Für viele Pendler bleibt das Auto deshalb unverzichtbar. Sie können Fahrten allenfalls zusammenlegen, eine sparsamere Route wählen oder ihre Kosten mit Kollegen teilen. Der Preisanstieg trifft damit besonders jene Beschäftigten, deren Arbeitsplatz weder aus der Ferne erreichbar noch ausreichend an öffentliche Verkehrsmittel angebunden ist.
Quellen
- Franceinfo, Bericht vom 22. September 2026
- Info.gouv.fr, staatliche Hilfen bei Kraftstoffpreisen
- Impots.gouv.fr, Hilfe für Berufspendler
- Service-Public, Homeoffice und nachhaltige Mobilität
- GasolineTracker, Auswertung staatlicher Kraftstoffpreisdaten
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).