Cannes – 11.07.2026: Vor der schimmernden Küste der Croisette liegen die Îles de Lérins wie zwei bewahrte Postkarten. Ein Fernsehbeitrag vom 9. Juli hat den Blick erneut auf Sainte-Marguerite und Saint-Honorat gelenkt – Inseln, die mit türkisfarbenen Buchten, Pinienwäldern und einem geschützten Meeresboden einen stillen Gegenentwurf zum Trubel an Land bilden.
Sainte-Marguerite, die größere der beiden, ist nicht nur ein Ziel für Badende, sondern auch ein Ort mit tiefer Geschichte. Das Fort Royal prägt die Küstenlinie; seine Zellen sind mit der Legende um den „Mann mit der eisernen Maske“ verbunden. An den Ufern dominiert Kies statt Sand, im Inselinneren führen schattige Wege zu Aussichtspunkten, an denen das Blau des Meeres mit dem Grün der Macchia verschmilzt. Unter Wasser schützt dichtes Posidonia-Seegras den Küstenraum und bremst Erosion – ein empfindliches Ökosystem, dessen Erhalt Besucherlenkung und klare Regeln erfordert.
Saint-Honorat zeigt ein anderes Gesicht: Die Abtei mit jahrhundertealter Mönchstradition prägt die Insel, Weinberge und kleine Wege strukturieren die Landschaft. Der schlichte Klosteralltag verträgt sich hier mit behutsamem Kultur- und Pilgertourismus. Ruhe ist Teil des Konzepts: wenige gastronomische Angebote, begrenzte Infrastruktur, klare Hinweise zu respektvollem Verhalten auf Wegen, in Weinbergen und an den kleinen Buchten.
Beide Inseln sind als sensibles Natur- und Kulturerbe ausgewiesen. Die Behörden haben Ankerzonen definiert, um Posidonia-Wiesen zu schützen; Boote und Tagesausflügler sollen Abstand zu Seegrasfeldern halten. Informationsschilder, geführte Rundgänge und Hinweise auf die Unterwasserkunstinstallationen – Skulpturen, die Tauchgänge zu einem musealen Erlebnis machen – erläutern Flora, Fauna und Schutzmaßnahmen. So lässt sich der Besuch als Mischung aus Badepause, Spaziergang und Entdeckung begreifen, ohne die ökologischen Grenzen aus dem Blick zu verlieren.
Praktisch gilt: Die Überfahrt ab Cannes dauert nur wenige Minuten, Tickets bieten lokale Anbieter an. Wer Ruhe sucht, wählt frühe Verbindungen oder die schmaleren Buchten von Saint-Honorat. Auf den Inseln gibt es kaum öffentliches WLAN; Trinkwasser, Sonnenschutz und feste Schuhe sind empfehlenswert. Wichtig ist der letzte Rückfahrtstermin, da es keine späten Alternativen gibt. Der fehlende Autoverkehr, schmale Pfade und kurze Distanzen prägen das Tempo – langsam gehen, schauen, respektieren.
Der erneute Medienblick auf die Îles de Lérins macht deutlich, wie eng Freizeit, Geschichte und Küstenschutz zusammenhängen. Zwischen Fortmauern, Klostergärten und Seegraswiesen entsteht ein Modell, das den Ort bewahren will und dennoch zugänglich hält – vorausgesetzt, Besucherinnen und Besucher folgen den einfachen Regeln eines empfindlichen mediterranen Archipels.
Quellen
- franceinfo (13h France 2, 09.07.2026)
- Cannes Tourisme (offizielle Informationen)
- Le Monde (Reportage über Sainte-Marguerite)
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).