Gesundheit

Immer mehr Männer in Frankreich entscheiden sich für eine Vasektomie

Die Zahl der Vasektomien in Frankreich ist erneut stark gestiegen. 2025 ließen 57.666 Männer den dauerhaften Verhütungseingriff vornehmen, zeigt eine Auswertung von EPI-PHARE.

Paris – 21.09.2026: Die Vasektomie hat sich in Frankreich binnen weniger Jahre von einem seltenen Eingriff zu einer deutlich häufiger gewählten Form der Verhütung entwickelt. Nach einer Ende August veröffentlichten Auswertung der Forschungsgruppe EPI-PHARE ließen 2025 insgesamt 57.666 Männer zwischen 18 und 70 Jahren den Eingriff vornehmen. 2022 waren es 32.172. Das entspricht einem Anstieg um rund 79 Prozent innerhalb von drei Jahren.

Der Trend reicht weiter zurück. 2010 wurden landesweit lediglich 2.150 Vasektomien registriert. Zwischen 2010 und 2025 zählte EPI-PHARE insgesamt 275.683 Eingriffe. Grundlage der Untersuchung waren erstattete Leistungen aus dem nationalen französischen Gesundheitsdatensystem. Die jährliche Rate erhöhte sich im Untersuchungszeitraum von 11 auf 280 Eingriffe je 100.000 Männer im Alter von 20 bis 69 Jahren.

Bei einer Vasektomie werden die Samenleiter durchtrennt oder verschlossen. Der Eingriff erfolgt gewöhnlich ambulant und unter örtlicher Betäubung, in manchen Fällen unter Vollnarkose. Spermien gelangen danach nicht mehr in die Samenflüssigkeit. Nach Angaben der französischen Krankenversicherung beeinträchtigt die Operation weder Erektion und Ejakulation noch sexuelles Verlangen oder Lustempfinden.

Ihre verhütende Wirkung setzt allerdings nicht sofort ein. Bis die Samenflüssigkeit frei von Spermien ist, vergehen in der Regel acht bis 16 Wochen und etwa 20 Ejakulationen. Bis zur medizinischen Bestätigung muss daher eine andere Verhütungsmethode genutzt werden. Ein Spermiogramm dient dazu, den Erfolg des Eingriffs zu kontrollieren. Vor sexuell übertragbaren Infektionen schützt die Vasektomie nicht.

In Frankreich ist der Eingriff seit 2001 als dauerhafte Verhütungsmethode zugelassen und volljährigen Männern vorbehalten. Vor der Operation müssen Ärztinnen und Ärzte über reversible sowie endgültige Verfahren informieren. Danach gilt eine gesetzliche Bedenkzeit von vier Monaten. Eine spätere Wiederherstellung der Samenleiter ist chirurgisch zwar möglich, gelingt aber nicht zuverlässig. Die Entscheidung soll deshalb grundsätzlich als endgültig betrachtet werden.

Das Durchschnittsalter der Patienten sank von 43 Jahren im Jahr 2010 auf 40 Jahre im Jahr 2025. Zugleich bestehen deutliche regionale Unterschiede. Die höchsten standardisierten Raten verzeichnete EPI-PHARE in den westfranzösischen Départements Vendée, Loire-Atlantique und Maine-et-Loire. Besonders niedrig lagen sie in der Region Île-de-France und in den französischen Überseegebieten.

Lücken gibt es weiterhin bei der Nachsorge. 74 Prozent der Männer ließen nach dem Eingriff das empfohlene Spermiogramm vornehmen. Zwischen Operation und Untersuchung lagen durchschnittlich 8,4 Monate statt der empfohlenen drei Monate. Lediglich 0,2 Prozent unterzogen sich später einer Operation zur Wiederherstellung der Samenleiter.

Quellen

  • Franceinfo
  • EPI-PHARE
  • Assurance Maladie

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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