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Aktuell · 27.06.2026 22:08

Israel und Libanon unterzeichnen von den USA vermitteltes Rahmenabkommen für Frieden

Am 26. Juni 2026 unterzeichneten Israel und der Libanon in Washington ein von den USA vermitteltes Rahmenabkommen zur Förderung eines dauerhaften Friedens in der Region. Die Hisbollah lehnt das Abkommen ab und warnt vor…

Washington – 26.06.2026: Israel und der Libanon haben am Freitag in Washington ein von den USA vermitteltes Rahmenabkommen unterzeichnet, das den Weg für einen dauerhaften Frieden zwischen den beiden Ländern ebnen soll. US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete die Vereinbarung als "ersten Schritt" hin zu einem dauerhaften Frieden und hob die Bedeutung dieses Fortschritts für die Region hervor.

Das Abkommen sieht vor, dass die libanesischen Streitkräfte die Kontrolle über zwei "Pilotzonen" im Süden des Libanon übernehmen, die derzeit von israelischen Truppen besetzt sind. Diese Zonen befinden sich südlich des Litani-Flusses sowie im nördlichen Teil des Südlibanon. Die libanesischen Streitkräfte sollen die Hisbollah in diesen Gebieten entwaffnen und deren Infrastruktur abbauen, um den Wiederaufbau zu ermöglichen und die Rückkehr der Zivilbevölkerung zu gewährleisten.

Die Hisbollah, eine pro-iranische Miliz, wurde von den Verhandlungen ausgeschlossen und lehnt das Abkommen entschieden ab. Ein Sprecher der Organisation warnte vor möglichen Bürgerkriegen, falls das Abkommen ohne ihre Zustimmung umgesetzt werde, und widersprach einer Entwaffnung über den südlichen Libanon hinaus.

Israel hatte betont, seine militärische Präsenz in der Sicherheitszone im Südlibanon beizubehalten, bis die Hisbollah vollständig entwaffnet sei und keine Bedrohung mehr für den Staat Israel darstelle. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, das Abkommen sei ein großer Erfolg, und unterstrich die Wichtigkeit, die Sicherheitszone aufrechtzuerhalten.

Die USA kündigten an, die Umsetzung des Abkommens durch die Einrichtung einer "Military Coordination Group for Lebanon" zu unterstützen. Zudem sollen 100 Millionen Dollar an humanitärer Hilfe sowie 30 Millionen Dollar zur Stärkung der libanesischen Streitkräfte bereitgestellt werden.

Trotz der Unterstützung bleibt die Umsetzung des Abkommens unsicher, da die Hisbollah weiterhin militärisch präsent und politisch einflussreich im Libanon ist. Experten warnen davor, dass das Abkommen zwar kurzfristig Spannungen mildern könne, jedoch keine dauerhafte Lösung bringe, solange der Einfluss der Hisbollah und Israels Sicherheitsbedenken ungelöst bleiben.

Die internationale Gemeinschaft beobachtet diese Entwicklungen aufmerksam und hofft auf eine friedliche Beilegung des Konflikts, die zur Stabilisierung des Libanon und der gesamten Nahostregion beitragen könnte.

Das Abkommen folgt auf eine Phase erhöhter Spannungen im Nahostkonflikt und ist Teil der Bemühungen, die langjährigen Feindseligkeiten zwischen Israel und dem Libanon zu überwinden. Es markiert einen möglichen Wendepunkt in den diplomatischen Beziehungen, auch wenn große Hindernisse vor einer tatsächlichen Friedensvereinbarung bestehen. Der Streit um die Rolle der Hisbollah im Libanon bleibt ein zentrales Problem für den Erfolg der Vereinbarung.

Quellen

  • Le Monde
  • AP News
  • El País

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