Beirut – 12.08.2026: Der Libanon hat die fortgesetzte Zerstörung von Wohnhäusern im israelisch kontrollierten Süden des Landes scharf verurteilt. Das Außenministerium sprach am Mittwoch von systematischen Abrissen und verlangte deren sofortiges Ende. Anlass waren Äußerungen des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz. Er bestätigte, dass die Armee Häuser in dem von ihr gehaltenen Gebiet zerstören lasse.
Katz begründete das Vorgehen mit Israels Sicherheitsinteressen an der Nordgrenze. Gebäude würden beseitigt, wenn sie nach israelischer Darstellung von der Hisbollah genutzt worden seien oder Soldaten gefährden könnten. Die libanesische Regierung weist diese Rechtfertigung zurück. Sie wertet die Abrisse als Verletzung der staatlichen Souveränität und des humanitären Völkerrechts.
Der Streit betrifft eine Zone im Südlibanon, in der die israelische Armee weiterhin präsent ist. Bewohner zahlreicher Ortschaften können nicht zurückkehren oder finden schwer beschädigte Gebäude vor. Für Familien, die bereits vor den Kampfhandlungen geflohen waren, bedeutet der Verlust ihrer Häuser eine weitere Vertreibung. Ohne bewohnbare Unterkünfte lassen sich auch Schulbesuch, Arbeit und die Versorgung älterer Angehöriger kaum wieder aufnehmen.
Israels Verteidigungsminister hatte bereits in den vergangenen Monaten angekündigt, grenznahe Ortschaften von Infrastruktur zu räumen, die aus israelischer Sicht militärisch genutzt werden könnte. Ende Juli sagte Katz laut mehreren Nachrichtenagenturen, 24 Dörfer im Südlibanon seien vollständig zerstört worden. Unabhängig überprüfbare Gesamtzahlen zu den aktuell beanstandeten Abrissen liegen bislang nicht vor. Auch der genaue Umfang der noch von Israel kontrollierten Flächen ist Gegenstand des politischen Streits.
Die Vereinten Nationen haben wiederholt erklärt, dass die anhaltende israelische Militärpräsenz und die Operationen im Südlibanon die Rückkehr der Zivilbevölkerung erschweren. Die UN-Friedenstruppe UNIFIL registriert weiterhin Verstöße entlang der sogenannten Blauen Linie. Diese ist keine international anerkannte Staatsgrenze, sondern eine von den Vereinten Nationen festgelegte Rückzugslinie zwischen Israel und dem Libanon.
Die jüngsten Vorwürfe fallen in eine Phase stockender Verhandlungen. Gespräche zwischen dem Libanon, Israel und den Vereinigten Staaten über eine schrittweise Übergabe einzelner Gebiete an die libanesische Armee blieben Anfang August ohne Durchbruch. Israel fordert vor allem Maßnahmen gegen die Bewaffnung der Hisbollah. Beirut verlangt dagegen den vollständigen Rückzug der israelischen Truppen.
Die libanesische Regierung verbindet ihre Kritik mit der Forderung, Zivilisten wieder Zugang zu ihren Ortschaften zu gewähren. Bis dahin verhindern zerstörte Häuser und gesperrte Gebiete in vielen Gemeinden eine dauerhafte Rückkehr.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Vereinte Nationen
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).