Jannatah – 25.08.2026: Israelische Siedler haben im besetzten Westjordanland ein Team der Nachrichtenagentur AFP angegriffen. Die drei Journalisten hielten sich am Dienstag in Jannatah südlich von Bethlehem auf. Dort wollten sie über israelische Aktivisten berichten, die Solidaritätsbesuche bei Palästinensern organisieren, die nach ihrer Darstellung von Siedlern bedrängt werden. Bei den Auseinandersetzungen benötigten mindestens fünf Menschen medizinische Hilfe.
Nach Angaben von AFP entwickelte sich der Angriff aus einem Konflikt zwischen Siedlern und den anwesenden Aktivisten. Die israelische Armee forderte die Journalisten anschließend auf, das Gebiet zu verlassen, das sie zur militärischen Sperrzone erklärt hatte. Kurz darauf trafen zwei weitere Fahrzeuge mit Siedlern ein. Mitglieder der Gruppe bewarfen die Journalisten und Aktivisten demnach mit Steinen.
Einer der AFP-Journalisten konnte einem Stein ausweichen, wurde nach eigener Schilderung jedoch von einem minderjährigen Siedler mit einem Stock am Kinn getroffen. Er erlitt eine leichte, blutende Verletzung. Als das Team zu seinen abgestellten Fahrzeugen zurückkehrte, waren an beiden Wagen die Heckscheiben eingeschlagen und Reifen beschädigt. Die Schäden erschwerten den Journalisten das Verlassen des Ortes.
Der Palästinensische Rote Halbmond behandelte nach eigenen Angaben fünf Verletzte. AFP-Reporter sahen, wie mindestens ein israelischer Aktivist in einem palästinensischen Krankenwagen abtransportiert wurde. Ob sich unter den weiteren Verletzten Journalisten, Aktivisten oder Bewohner des Dorfes befanden, ging aus den vorliegenden Angaben nicht eindeutig hervor. Informationen über Festnahmen oder Ermittlungen lagen am Dienstagabend nicht vor.
Jannatah liegt im südlichen Teil des Westjordanlands, wenige Kilometer von Bethlehem entfernt. In der Umgebung kommt es wiederholt zu Auseinandersetzungen um Zufahrtswege, Land und den Ausbau israelischer Siedlungen. Nach Angaben von AFP hatten Siedler in der Region zuletzt eine Straße blockiert. Das Reporterteam recherchierte zu den Folgen für die palästinensischen Bewohner und zur Unterstützung durch israelische Aktivisten.
Das Westjordanland wird seit 1967 von Israel militärisch besetzt. Dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler. Die Siedlungen gelten nach überwiegender Auffassung der internationalen Gemeinschaft als völkerrechtswidrig; Israel bestreitet diese Auslegung. Angriffe von Siedlern auf palästinensische Einwohner und deren Eigentum haben die Spannungen in zahlreichen Ortschaften verschärft. Der Vorfall in Jannatah traf zugleich Journalisten, die über diese Gewalt und ihre Folgen berichteten: Neben einem verletzten Mitarbeiter dokumentierte AFP zwei beschädigte Fahrzeuge.
Quellen
- Franceinfo
- AFP via Franceinfo
- L'Orient-Le Jour
- L'Orient Today
- The Times of Israel
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).