International

Israels Gefängnisprojekt mit Krokodilen nimmt in Ketziot Gestalt an

In der Haftanstalt Ketziot in der Negev-Wüste haben nach Medienberichten Arbeiten für einen Wassergraben begonnen, der künftig Krokodile aufnehmen könnte. Das umstrittene Vorhaben wird von Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir vorangetrieben.

Ketziot – 22.07.2026: In der trockenen Weite der Negev-Wüste wird an einem Gefängnis an einer ungewöhnlichen Sicherheitsidee gearbeitet. In der Haftanstalt Ketziot sollen nach israelischen Medienberichten Kanäle ausgehoben werden, die Teil eines Pilotprojekts mit Krokodilen werden könnten. Das Vorhaben richtet sich nach Regierungsangaben gegen mögliche Ausbrüche aus Bereichen für sogenannte Sicherheitsgefangene.

Das Ministerium für Nationale Sicherheit bestätigte, dass Vorbereitungen laufen. Nach Angaben aus dem Umfeld des Projekts betreffen die Arbeiten einen Bereich innerhalb des Gefängniskomplexes. Ob, wann und in welcher Zahl tatsächlich Tiere nach Ketziot gebracht werden, ist weiterhin offen. Ein fertiger Krokodilgraben und der Einsatz von Reptilien als Sicherungsmaßnahme sind bislang nicht bestätigt.

Angestoßen wurde das Projekt von Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir. Seine Initiative erhielt in der vergangenen Woche politischen Rückenwind, nachdem Umweltministerin Idit Silman den Rechtsstatus des Nilkrokodils neu eingeordnet hatte. Damit können staatliche Sicherheitsbehörden, darunter der israelische Strafvollzugsdienst, grundsätzlich einen kontrollierten Versuch vorbereiten. Voraussetzung sollen Vorgaben für Haltung, Betreuung und Tierschutz sein.

Ketziot liegt im Süden Israels nahe der Grenze zu Ägypten und zählt zu den großen Haftanstalten des Landes. Dort sitzen unter anderem palästinensische Gefangene ein, die von israelischen Behörden als Sicherheitsgefangene geführt werden. Gerade deshalb reicht die Debatte weit über technische Fragen der Gefängnissicherung hinaus: Sie berührt den Umgang mit Inhaftierten in einem Krieg, der die Gesellschaften der Region seit Jahren prägt.

Die israelische Natur- und Parkbehörde stellte den praktischen Nutzen der Maßnahme nach Berichten israelischer Medien infrage. Sie sehe keine fachliche oder wissenschaftliche Grundlage für den Einsatz von Krokodilen als Sicherheitsinstrument in einer Haftanstalt. Auch die juristische Beratung im Umweltministerium hatte sich demnach gegen die Änderung der Einstufung ausgesprochen.

Befürworter aus dem Umfeld Ben-Gvirs stellen die Tiere als abschreckende Barriere dar. Kritiker sehen darin vor allem ein politisches Signal, das die Bedingungen für palästinensische Gefangene demonstrativ verschärfen soll. Menschenrechtsfragen, die Kontrolle einer solchen Anlage und das Wohl der Tiere dürften deshalb im Mittelpunkt stehen, falls der Pilotversuch über die jetzigen Erdarbeiten hinausgeht.

Der israelische Strafvollzugsdienst hat noch keinen öffentlich nachvollziehbaren Zeitplan für die Umsetzung vorgelegt. Ebenso bleibt unklar, welche unabhängigen Stellen ein mögliches Projekt überwachen würden. Fest steht derzeit nur: Aus einer spektakulär klingenden Idee ist in Ketziot ein sichtbares Bauvorhaben geworden – und damit eine neue Auseinandersetzung über Sicherheit, Haft und staatliche Verantwortung.

Quellen

  • Israel National News
  • Times of Israel
  • Jerusalem Post
  • Deutsche Welle

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels