Mailand – 20.10.2026: Nach zwei Tagen mit Ausschreitungen und Plünderungen verstärkt die italienische Regierung die Sicherheitskräfte in Mailand. 500 zusätzliche Soldaten sollen die Polizei bei Sicherungsaufgaben in der lombardischen Metropole unterstützen. Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kündigte die Entsendung am Montagabend an; das Kabinett sollte die Maßnahme nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag beschließen.
Den Zusammenstößen waren Demonstrationen gegen steigende Lebenshaltungskosten und eine Verschlechterung öffentlicher Dienstleistungen vorausgegangen. Die Kundgebungen verliefen zunächst überwiegend friedlich. Am Samstag, 17. Oktober, und am Sonntag, 18. Oktober, kam es in Mailand jedoch zu Angriffen auf Einsatzkräfte, Sachbeschädigungen und Plünderungen. Betroffen waren vor allem Geschäfte im Zentrum, darunter Läden nahe dem Domplatz und an der Einkaufsstraße Corso Vittorio Emanuele.
Nach dem Wochenende wurden mehr als 270 Menschen vorübergehend festgesetzt oder identifiziert. Rund vier Fünftel von ihnen seien minderjährig, berichteten Franceinfo und Ansa unter Berufung auf italienische Behörden. Reuters nannte 271 Betroffene. Demnach wurden 32 Personen formell festgenommen, darunter 23 Minderjährige. Die unterschiedlichen Angaben erklären sich aus den jeweiligen Verfahrensstufen: Nicht jede Identitätsfeststellung oder vorübergehende Ingewahrsamnahme führt zu einer Festnahme.
Die Mailänder Staatsanwaltschaft ermittelt nach Medienberichten unter anderem wegen des Verdachts auf Verwüstung und Plünderung sowie schweren Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Mehrere Luxusgeschäfte blieben am Montag geschlossen, weil Händler weitere Schäden befürchteten. Die Polizei verstärkte ihre Präsenz rund um den Dom und in den angrenzenden Einkaufsstraßen.
Meloni verurteilte die Gewalt und unterschied ausdrücklich zwischen den Ausschreitungen und dem Recht auf friedlichen Protest. Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala erklärte, die sozialen Gründe für die Demonstrationen seien nachvollziehbar; Angriffe auf Sicherheitskräfte und die Zerstörung fremden Eigentums seien jedoch nicht zu rechtfertigen. Innenminister Matteo Piantedosi stellte sich hinter die Einsatzkräfte.
Auch aus Bologna und Turin wurden Zusammenstöße gemeldet. Landesweit richteten sich die Proteste gegen hohe Preise, steigende Wohnkosten und den Zustand öffentlicher Dienste. In Rom versammelten sich am 17. Oktober bei einer Kundgebung des Gewerkschaftsbundes CGIL nach Angaben der Veranstalter und Medienberichten Zehntausende Menschen, um gegen die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Regierung zu demonstrieren.
Die Soldaten sollen im Rahmen der bereits bestehenden militärischen Unterstützung für die Polizei im öffentlichen Raum eingesetzt werden. Daneben berät die Regierung über Änderungen im Jugendstrafrecht und Maßnahmen gegen gewaltsame Ausschreitungen. Konkrete Gesetzesbeschlüsse dazu lagen am Montagabend noch nicht vor.
Quellen
- Franceinfo
- Ansa
- Reuters
- Associated Press
- Italienisches Innenministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).