La Chapelle-Saint-Mesmin – 17.09.2026: In der traditionsreichen Duralex-Glasfabrik westlich von Orléans laufen Ermittlungen zur früheren Unternehmensführung. Die Staatsanwaltschaft Orléans hat ein Verfahren eröffnet und die Kriminalpolizei mit den Nachforschungen beauftragt. Anfang September durchsuchten Beamte nach übereinstimmenden Medienberichten den Sitz der Genossenschaft. Welche konkreten Straftatbestände geprüft werden, teilte die Justiz zunächst nicht mit.
Der Zeitpunkt ist für die Belegschaft besonders heikel. Duralex befindet sich seit dem 1. Juni 2026 erneut in einem gerichtlichen Sanierungsverfahren. An diesem Donnerstag befasst sich das Handelsgericht in Orléans mit dem weiteren Ablauf des Verkaufsverfahrens. Drei Interessenten haben nach Angaben des Unternehmens fristgerecht Angebote eingereicht. Eine Entscheidung über einen Käufer war zum Zeitpunkt der Anhörung nicht bestätigt.
Die Ermittlungen betreffen nach Berichten französischer Medien auch die Verwendung von rund sieben Millionen Euro, die Privatleute Duralex zur Verfügung gestellt hatten. Das Geld war für die Modernisierung der Produktion bestimmt. Ob und in welcher Weise diese Mittel Gegenstand der Untersuchung sind, erläuterte die Staatsanwaltschaft bislang nicht. Aus dem Verfahren lässt sich daher weder auf den Verbleib des Geldes noch auf eine persönliche Verantwortung schließen.
Duralex war im Juli 2024 von Beschäftigten als Arbeitnehmergenossenschaft übernommen worden. Die Rettung hatte weit über das Werk hinaus Anteilnahme ausgelöst. Die robusten Trinkgläser der Marke gehören für viele Menschen in Frankreich zum Alltag; sie sind aus Schulkantinen und Familienküchen vertraut. Die Unterstützung sollte der Belegschaft einen Neustart ermöglichen, nachdem steigende Energiekosten und frühere Krisen das Unternehmen belastet hatten.
Die wirtschaftliche Lage blieb jedoch angespannt. Nach Angaben der französischen Regierung beschäftigt der Standort in La Chapelle-Saint-Mesmin 243 Menschen. Das Handelsgericht Orléans eröffnete am 2. Juli 2026 ein Verfahren zur Suche nach einem Käufer. Die Behörden begleiten den Prozess gemeinsam mit dem gerichtlich bestellten Verwalter sowie regionalen und kommunalen Stellen.
Nach Angaben von Duralex sind drei Bewerber im Rennen: Groupe Tome, Groupe Carlesimo und AA Investments aus Hongkong. Die Nennung der Unternehmen bedeutet noch keine Vorauswahl. Das Gericht will zunächst den Zeitplan für die Prüfung der Angebote festlegen. Für die Beschäftigten laufen damit zwei getrennte Verfahren: die strafrechtliche Untersuchung der früheren Führung und die Suche nach einer wirtschaftlichen Zukunft für das Werk.
Bislang sind weder Beschuldigte noch konkrete Anklagepunkte öffentlich benannt worden. Durchsuchung und Ermittlungsverfahren bedeuten keine Feststellung von Schuld. Während die Kriminalpolizei die sichergestellten Unterlagen auswertet, läuft die Produktion nach Unternehmensangaben weiter.
Quellen
- Franceinfo
- Le Parisien
- Duralex SCOP SA
- Französische Nationalversammlung
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).