Kultur

Laure Calamy verteidigt Frankreichs Filmförderung

Die Schauspielerin Laure Calamy weist politische Angriffe auf das französische Filmzentrum CNC zurück. Sie sieht in dessen branchenfinanziertem Fördermodell eine Grundlage für die kulturelle Eigenständigkeit des Landes.

Paris – 08.09.2026: Die Schauspielerin Laure Calamy hat das Centre national du cinéma et de l'image animée (CNC) gegen politische Angriffe verteidigt. Im Radiosender France Inter bezeichnete sie das französische Fördermodell als tragfähig. Ob es fortbestehe, sei vor allem eine Frage des politischen Willens. Das CNC gehört zu den tragenden Institutionen der französischen Film- und Kulturpolitik.

Seine Förderprogramme werden grundsätzlich durch Abgaben finanziert, die in der Film- und Medienwirtschaft erhoben werden. In das System fließen unter anderem Anteile aus Kinokartenverkäufen sowie Beiträge von Fernsehsendern und Abrufplattformen. Nach Angaben des Kulturministeriums steuern die Plattformen inzwischen rund 20 Prozent zu den Mitteln des CNC bei. Gefördert werden Produktion, Verleih, Kinos und kulturelle Vermittlung.

Calamy verwies auf das Prinzip, kommerziell erfolgreiche und kleinere Produktionen in einen gemeinsamen Finanzierungskreislauf einzubinden. Einnahmen aus gut laufenden Werken tragen so zur Entstehung neuer Filme bei. Anders als eine Förderung, die vollständig aus dem allgemeinen Staatshaushalt bestritten wird, soll diese Konstruktion die Branche weniger abhängig von jährlichen Haushaltsentscheidungen machen.

Das CNC ist seit Längerem Gegenstand politischer Auseinandersetzungen. Vertreter des Rassemblement National haben die Institution grundsätzlich angegriffen und ihre Abschaffung gefordert. Die Debatte berührt daher neben der Höhe und Herkunft der Mittel auch die Frage, welche Rolle der Staat beim Schutz kultureller Vielfalt übernehmen soll und nach welchen Kriterien Fördergelder vergeben werden.

Befürworter verweisen auf die wirtschaftliche und kulturpolitische Reichweite des Systems. Frankreich verfügt über ein dichtes Kinonetz, eine breite nationale Filmproduktion und umfangreiche Förderstrukturen für Film, Serien und Animation. Das CNC unterstützt außerdem die Modernisierung von Kinosälen, die internationale Verbreitung französischer Werke und Programme zur Filmbildung.

Calamy stellte ihre Verteidigung des CNC in den Zusammenhang der französischen kulturellen Ausnahme. Dahinter steht die seit Jahrzehnten vertretene Auffassung, dass Filme und andere Kulturgüter nicht ausschließlich den Regeln des Marktes unterliegen sollten. Frankreich hat diesen Grundsatz auch in europäischen und internationalen Handelsdebatten verteidigt. Das CNC setzt ihn praktisch um, indem es die Förderung neuer Werke an die wirtschaftliche Verwertung von Filmen und audiovisuellen Angeboten koppelt.

Durch den Aufstieg internationaler Plattformen gewinnt die Auseinandersetzung zusätzlich an Schärfe. Die französische Kulturpolitik verlangt, dass auch diese Anbieter entsprechend ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit zum Fördersystem beitragen. Zugleich meldete das CNC für August 2026 nahezu 20 Millionen Kinobesuche – den höchsten Augustwert seit 1980.

Quellen

  • Franceinfo
  • France Inter
  • Französisches Kulturministerium
  • Centre national du cinéma et de l'image animée

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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