Politik & Gesellschaft

Laurent Nuñez verschiebt Marseille-Besuch nach Ausschreitungen

Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez reist vorerst nicht nach Marseille. Stattdessen berät er in Paris mit Premierminister Sébastien Lecornu und weiteren Regierungsmitgliedern über die Folgen der Gewalt vom 17. Oktober.

Marseille – 19.10.2026: Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez hat seinen für Montag vorgesehenen Besuch in Marseille kurzfristig verschoben. Nach Angaben der Präfektur nimmt er am Nachmittag in Paris an einer Arbeitsbesprechung mit Premierminister Sébastien Lecornu und weiteren Mitgliedern der Regierung teil. Wann die Reise in die südfranzösische Hafenstadt nachgeholt wird, war zunächst nicht bekannt.

Der Besuch war als unmittelbare Reaktion auf die Ausschreitungen und Plünderungen vom 17. Oktober geplant. Nuñez wollte Marseilles Bürgermeister Benoît Payan, Vertreter der örtlichen Wirtschaft und Verantwortliche der Sicherheitsbehörden treffen. Vorgesehen war zudem ein Rundgang durch jene Geschäftsviertel im Stadtzentrum, die von der Gewalt besonders betroffen waren. Mit der Verschiebung entfällt vorerst der direkte Austausch zwischen dem Innenministerium, der Stadtverwaltung und geschädigten Gewerbetreibenden.

Stattdessen berät die Regierung in Paris über die landesweiten Folgen der Unruhen. Premierminister Lecornu hatte für Montag eine ressortübergreifende Sitzung angesetzt. Der Innenminister steht nach den Vorfällen unter politischem Druck: In mehreren Städten wird darüber gestritten, ob die Sicherheitsvorkehrungen für die Demonstrationen ausreichten und ob die Einsatzkräfte angemessen geführt wurden.

In Marseille hatte Bürgermeister Payan insbesondere die Zahl der eingesetzten Polizisten und die Leitung des Einsatzes kritisiert. Die Präfektur der Bouches-du-Rhône verwies ihrerseits auf eine außergewöhnlich angespannte Lage. Hinter diesem Streit steht die Frage, wie die Verantwortung zwischen Staat, Polizei und Kommune verteilt ist. Für die betroffenen Händler hat die Auseinandersetzung praktische Folgen, weil von ihr weitere Schutzmaßnahmen und mögliche Hilfen abhängen.

Für Montag untersagte die Polizeipräfektur Versammlungen und Demonstrationen im gesamten Stadtgebiet von 12 bis 20 Uhr. Sie begründete die Anordnung mit den Ausschreitungen und Plünderungen vom Wochenende. In den besonders betroffenen Bereichen des Zentrums blieben Sicherheitskräfte verstärkt präsent. Geschäftsleute begannen unterdessen, Schäden an Läden und Warenbeständen zu erfassen.

Nuñez ließ dem Bürgermeister, den Gewerbetreibenden und den eingesetzten Sicherheitskräften nach der Absage seine Unterstützung ausrichten. Konkrete Hilfen für beschädigte Betriebe oder zusätzliche Polizeikräfte für Marseille wurden zunächst nicht angekündigt.

Die Pariser Beratung bündelt mehrere Aufgaben der Regierung: Sie muss die strafrechtliche Verfolgung, weitere Sicherheitsmaßnahmen und die politische Reaktion auf die Kritik am Polizeieinsatz abstimmen. Der verschobene Termin in Marseille bleibt dafür von Bedeutung, weil dort die örtlichen Schäden aufgenommen und die nächsten Schritte mit Stadt und Wirtschaft besprochen werden sollen. Ein neues Datum für den Besuch nannte die Präfektur zunächst nicht.

Quellen

  • Franceinfo
  • Präfektur der Bouches-du-Rhône

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels