Paris – 14.09.2026: Marine Le Pen geht mit deutlichem Vorsprung in die entscheidende Vorphase der französischen Präsidentschaftswahl 2027. In einer Erhebung von Ipsos BVA-CESI für Le Monde, Cevipof, die Fondation Jean-Jaurès und das Institut Montaigne erreicht die Politikerin des Rassemblement National je nach Szenario 33 bis 35 Prozent der geäußerten Stimmen im ersten Wahlgang. Jean-Luc Mélenchon folgt mit 15,5 bis 17 Prozent.
Ein Duell zwischen Le Pen und Mélenchon ist damit allerdings nicht vorgezeichnet. Die Studie prüft sechs Konstellationen, deren Ergebnisse stark von den noch ungeklärten Kandidaturen abhängen. Édouard Philippe liegt je nach Zusammensetzung des Feldes zwischen 14 und 21 Prozent, Raphaël Glucksmann kommt auf 11,5 bis 13,5 Prozent. Der Abstand zwischen Mélenchon und mehreren möglichen Bewerbern des gemäßigten Lagers ist damit erheblich kleiner als Le Pens Vorsprung.
Die Erhebung wurde vom 3. bis 9. September unter 13.060 in Frankreich wahlberechtigten Personen durchgeführt. Für die ausgewiesenen Wahlabsichten berücksichtigte Ipsos jeweils rund 9.000 Befragte, die ihre Teilnahme als sicher bezeichneten und eine Präferenz nannten. Die Fehlermarge gibt das Institut für Le Pens Werte mit 0,9 Prozentpunkten an, für Mélenchon mit 0,7 Punkten.
Die politische Stimmung ist von ausgeprägtem Pessimismus geprägt. 74 Prozent erwarten in den kommenden Monaten eine Verschlechterung der Lage des Landes; lediglich 4 Prozent rechnen mit einer Verbesserung. 71 Prozent verbinden mit der Wahl den Wunsch nach einem tatsächlichen sozialen und politischen Wandel. Zugleich erklären 67 Prozent, sie seien sicher, ihre Stimme abzugeben. Das ist deutlich mehr als im Oktober 2021 und entspricht dem Niveau vom September 2016.
Le Pen erhält besonders starken Rückhalt unter Beschäftigten und Arbeitern sowie in den mittleren Altersgruppen. Mélenchon führt dagegen bei den unter 25-Jährigen. In einem der geprüften Szenarien erreicht der Gründer von La France insoumise in dieser Altersgruppe 41 Prozent. Die unterschiedlichen sozialen und generationellen Fundamente stabilisieren beide Lager, gewährleisten aber noch keine Mehrheit über ihre jeweilige Kernwählerschaft hinaus.
Ungeklärt ist vor allem die Neuordnung des Zentrums und der gemäßigten Rechten. Gabriel Attal erzielt als alleiniger Kandidat dieses Spektrums 13 bis 15,5 Prozent, bei einer gleichzeitigen Kandidatur Philippes jedoch nur 6 bis 7,5 Prozent. Bruno Retailleau liegt zwischen 7 und 10,5 Prozent. Auf der Linken könnte die Entscheidung zwischen Glucksmann und dem Sozialisten Olivier Faure die Kräfteverhältnisse ebenfalls verändern.
Die Studie ist eine Momentaufnahme sieben Monate vor dem für April 2027 erwarteten ersten Wahlgang. Sie misst gegenwärtige Präferenzen, keine spätere Stimmabgabe. Le Monde weist darauf hin, dass sich das Kandidatenfeld noch verändern kann. Wahlabsichten für einen möglichen zweiten Wahlgang wurden in dieser ersten Erhebungswelle nicht veröffentlicht.
Quellen
- Ipsos BVA-CESI: Französische Wahlstudie 2027
- Le Monde: Analyse zur Präsidentschaftswahl 2027
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).