Politik & Gesellschaft

Le Pen und Bardella verurteilen Moskaus Zugriff auf französische Firmen

Die Führung des Rassemblement National wirft Russland Einschüchterung vor. Anlass ist die staatliche Verwaltung russischer Tochtergesellschaften europäischer Konzerne.

Paris – 19.09.2026: Marine Le Pen und Jordan Bardella haben den Zugriff Russlands auf Vermögenswerte europäischer Unternehmen als feindlichen Akt verurteilt. Die beiden führenden Politiker des Rassemblement National erklärten am Samstag, Moskau könne die französische Politik weder durch Drohungen noch durch Destabilisierung oder psychologischen Druck bestimmen. Anlass ist ein Dekret des russischen Präsidenten Wladimir Putin vom 17. September.

Das Dekret stellt russische Gesellschaften des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé, des französischen Handelsunternehmens Auchan und weiterer europäischer Firmen unter eine vorläufige staatliche Verwaltung. Ihre Anteile wurden der russischen Gesellschaft L.E.V. Management übertragen. Betroffen sind außerdem Einheiten des französischen Logistikunternehmens FM Logistic, die frühere russische Tochtergesellschaft von Leroy Merlin, die heute Lemana Pro heißt, sowie verbundene Unternehmen der BATI-Gruppe.

Das französische Außen- und das Wirtschaftsministerium hatten die Maßnahme bereits am 18. September als unbegründet verurteilt. Paris stehe in engem Kontakt mit den betroffenen Unternehmen und fordere die russischen Behörden auf, ihre Entscheidung rückgängig zu machen. Nestlé teilte mit, der Konzern prüfe die Lage. Er wolle seine Rechte wahren und den Betrieb im Interesse der Beschäftigten fortführen.

Der Rassemblement National verbindet den wirtschaftlichen Eingriff mit einer sicherheitspolitischen Warnung. Le Pen und Bardella erklärten, äußerer Druck dürfe Frankreich nicht dazu bewegen, russische Kriegsziele in der Ukraine zu erleichtern. Über Umfang und Bedingungen der französischen Finanzhilfe für die Ukraine könne demokratisch gestritten werden; Zwang von außen sei dagegen nicht hinnehmbar. Zugleich sprachen sie sich für einen besseren Schutz strategischer Infrastruktur aus.

Die Stellungnahme folgte auf ein Treffen im Élysée-Palast, bei dem Vertreter der politischen Kräfte über internationale Krisen und die Sicherheitslage Frankreichs informiert wurden. Bardella nahm daran teil. Präsident Emmanuel Macron hatte die Regierung zuvor mit einem Plan zum Schutz kritischer Infrastruktur vor hybriden russischen Angriffen beauftragt. Le Pen und Bardella verlangten, feindliche Handlungen gegen französisches Territorium, strategische Interessen oder die Bevölkerung dürften nicht folgenlos bleiben.

Russland greift seit 2023 auf das Instrument der vorläufigen Verwaltung zurück. Es betrifft Vermögenswerte von Unternehmen aus Staaten, die Moskau als unfreundlich einstuft. In früheren Fällen, etwa beim französischen Lebensmittelkonzern Danone und beim dänischen Brauer Carlsberg, ging eine solche Verwaltung der späteren Übertragung an russische Eigentümer voraus. Im aktuellen Fall spricht der Kreml bislang von einer externen Verwaltung.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Ministerium für Europa und auswärtige Angelegenheiten und Wirtschaftsministerium
  • Agence France-Presse
  • Associated Press

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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