Paris – 21.10.2026: Premierminister Sébastien Lecornu empfängt am Mittwoch Vertreter der Gewerkschaften im Amtssitz Matignon. Thema der Beratungen sind die Absicherung weiterer Demonstrationszüge und die politische Antwort auf die Forderungen der Schülerbewegung. Innenminister Laurent Nuñez soll an dem Treffen teilnehmen. Anlass sind Ausschreitungen und Plünderungen am Rande der Proteste vom Samstag, 17. Oktober.
In der Nacht zum Mittwoch blieben in mehreren Städten örtlich begrenzte Ausgangsbeschränkungen in Kraft. In Paris betrafen sie nach Behördenangaben Bereiche um den Place de la République und das Einkaufsviertel Les Halles. Auch im Zentrum von Lyon galt von Dienstagabend bis Mittwochmorgen eine zeitlich und räumlich begrenzte Maßnahme. Die Behörden begründeten die Einschränkungen mit dem Schutz der öffentlichen Sicherheit und dem Ziel, weitere Gewalttaten zu verhindern.
Zu den Gesprächen in Matignon wurden mehrere große Gewerkschaftsverbände eingeladen, darunter die Französische Demokratische Arbeitskonföderation, Force Ouvrière, die Französische Konföderation Christlicher Arbeitnehmer und der Verband der Führungskräfte. Organisationen von Schülerinnen, Schülern und Jugendlichen erhielten nach übereinstimmenden Berichten keine Einladung. Gewerkschaften kritisieren deren Abwesenheit, da die Anliegen der jungen Demonstrierenden ausdrücklich auf der Tagesordnung stehen sollen.
Lecornu hatte am Dienstag angekündigt, die Präsenz von Polizei und Gendarmerie bei den nächsten Demonstrationen deutlich zu verstärken. Für Samstag, 24. Oktober 2026, haben Gruppen aus der Bewegung der Gelbwesten und Schülerinitiativen neue Aktionen angekündigt. Die Gewerkschaften rufen ihrerseits für Donnerstag, 5. November 2026, zu einem weiteren Mobilisierungstag auf. Ein Ergebnis der Beratungen vom Mittwoch lag zunächst nicht vor.
Die seit Wochen andauernden Schülerproteste richten sich vor allem gegen fehlendes Personal an Schulen, bauliche Mängel und überfüllte Klassen. Nach den Krawallen vom 17. Oktober verknüpft die Regierung die bildungspolitische Debatte zunehmend mit Fragen der öffentlichen Ordnung und der Einsatzplanung bei Kundgebungen. Lecornu hatte bereits Anfang Oktober mehrere Arbeitsfelder für konkrete Verbesserungen im Bildungsbereich angekündigt.
Die nationale Polizei erinnerte am Dienstag daran, dass das Demonstrationsrecht in Frankreich als grundlegende Freiheit geschützt ist. Zugleich gehöre es zu ihren Aufgaben, Menschen zu schützen und Gewalt zu beenden. Die Regierung muss deshalb friedliche Kundgebungen ermöglichen und Übergriffe am Rand der Versammlungen verhindern. Mit den Gewerkschaften soll nun beraten werden, wie Demonstrationswege, Ordnerdienste und Sicherheitsmaßnahmen aufeinander abgestimmt werden können.
Am Donnerstag, 22. Oktober 2026, will Lecornu zudem Vertreter politischer Parteien in Matignon empfangen. Die Konsultationen folgen auf Kritik an der Sicherheitsplanung während der Proteste vom 17. Oktober. Der Vorsitzende der Sozialistischen Partei, Olivier Faure, hat seine Teilnahme an dem Termin angekündigt.
Quellen
- Agence France-Presse über Boursorama
- Le Monde
- Associated Press
- Nationale Polizei Frankreichs
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).