Paris – 21.10.2026: Premierminister Sébastien Lecornu empfängt am Donnerstag, 22. Oktober, die Bürgermeister von Paris, Marseille und Lyon im Hôtel de Matignon. Emmanuel Grégoire, Benoît Payan und Grégory Doucet hatten nach den Ausschreitungen vom 17. Oktober gemeinsam ein rasches Gespräch mit dem Regierungschef verlangt. Das Büro des Premierministers bestätigte den Termin am Mittwochabend.
Die drei Stadtoberhäupter begründen ihre Forderung mit dem Ausmaß der Schäden, Plünderungen und Gewalttaten in ihren Kommunen. In einer gemeinsamen Erklärung verlangten sie eine genaue Rekonstruktion der Ereignisse, die zu den Ausschreitungen geführt hatten. Außerdem wollen sie die Bürgermeister weiterer betroffener Städte in ihre Initiative einbeziehen. Die Zusammenkunft findet fünf Tage nach den landesweiten Protesten statt und soll vor allem klären, wie der Staat die Lage eingeschätzt und seine Kräfte verteilt hatte.
In Marseille drangen mehrere Personen am 17. Oktober in das Rathaus ein und richteten dort Schäden an. Auch das zentrale Gebäude der städtischen Polizei wurde angegriffen. Bürgermeister Benoît Payan kritisierte anschließend die aus seiner Sicht unzureichende Absicherung wichtiger kommunaler Einrichtungen. Innenminister Laurent Nuñez reiste am 19. Oktober nach Marseille und sprach mit Payan über die Folgen der Gewalt und die Sicherheitslage.
Auch aus Lyon und Paris wurden schwere Zwischenfälle gemeldet. Die nationale Gendarmerie berichtete von Angriffen auf Einsatzkräfte mit pyrotechnischen Gegenständen und Wurfgeschossen. In Paris wurde nach Angaben der Gendarmerie zudem eine Kaserne angegriffen. Personen hätten versucht, in das Gebäude einzudringen und es in Brand zu setzen.
Der Termin in Matignon berührt einen politischen Konflikt über die Vorbereitung des Polizeieinsatzes. Grégory Doucet forderte von der Regierung Auskunft über deren Lagebild vor den Demonstrationen und über die Verteilung der Sicherheitskräfte während der Ausschreitungen. Die Bürgermeister richten ihre Kritik damit vor allem auf die staatliche Prävention und den Schutz kommunaler Einrichtungen. Für die strafrechtliche Aufarbeitung sind Polizei und Justiz zuständig.
Lecornu wies am 20. Oktober in der Nationalversammlung den Vorwurf zurück, die Sicherheitskräfte seien insgesamt zu schwach mobilisiert worden. Er verwies auf Abwägungen bei der Einsatzplanung sowie auf die Belastung von Polizei und Gendarmerie. Zugleich sagte er Unterstützung für besonders schwer getroffene Gewerbetreibende zu. Nach seinen Angaben verlangten die Betroffenen vor allem Schutz vor einer Wiederholung solcher Ausschreitungen.
Das Treffen gehört zu einer Reihe von Gesprächen zwischen der Regierung und betroffenen Kommunen. Am Freitag, 23. Oktober, will Lecornu nach Limoges reisen und dort Bürgermeister Guillaume Guérin treffen. Das Rathaus der Stadt war während der Ausschreitungen in Brand gesetzt worden.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Le Parisien
- Nationalversammlung
- Nationale Gendarmerie
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).