Mamoudzou – 27.08.2026: Fast zwei Jahre nach dem Zyklon Chido wächst in Mayotte die Ungeduld über den schleppenden Wiederaufbau. Während des Besuchs von Premierminister Sébastien Lecornu forderte Avlamy Ramassamy, Koordinatorin des Vereinsnetzwerks RiaM, sichtbare Ergebnisse statt weiterer politischer Termine. Die Folgen der Katastrophe seien für die Bevölkerung und die Hilfsorganisationen noch immer täglich zu spüren.
Lecornu bereist das französische Überseegebiet im Indischen Ozean am 26. und 27. August gemeinsam mit mehreren Mitgliedern der Regierung. Die Delegation will eine Zwischenbilanz des auf fünf Jahre angelegten Entwicklungsprogramms ziehen. Beraten wird über den Wiederaufbau ebenso wie über die Wasserversorgung, Gesundheitsangebote, Schulen, Verkehr und andere öffentliche Infrastruktur.
Der tropische Wirbelsturm Chido hatte Mayotte am 14. Dezember 2024 schwer verwüstet. Im Januar 2025 folgte der Sturm Dikeledi. Die Katastrophen trafen ein Gebiet, dessen öffentliche Dienste schon zuvor unter erheblichem Druck standen. Wohnungsnot, eine vielerorts unzuverlässige Wasserversorgung sowie Engpässe in Schulen und medizinischen Einrichtungen erschweren seit Langem den Alltag. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an staatliche Investitionen.
Ramassamys Kritik richtet sich vor allem gegen die langsame Umsetzung bereits beschlossener Vorhaben. Im August 2025 wurde ein Programmgesetz zur grundlegenden Erneuerung Mayottes verkündet. Nach Angaben der Regierung sind bis 2031 Investitionen von bis zu vier Milliarden Euro vorgesehen. Lecornu hatte bereits vor seiner Reise eingeräumt, dass die Projekte schneller verwirklicht werden müssten.
Aus Sicht des Vereinsnetzwerks lässt sich der Erfolg des Programms jedoch weder an angekündigten Summen noch an politischen Besuchen messen. Maßgeblich seien funktionierende Schulen und Versorgungseinrichtungen, ausreichender Wohnraum sowie verlässliche öffentliche Dienste. Gerade lokale Vereine erleben nach Ramassamys Darstellung unmittelbar, welche Belastungen fortbestehen und wo Bau- oder Instandsetzungsarbeiten nur langsam vorankommen.
Die Reise geht zugleich über die Beseitigung der Sturmschäden hinaus. Auf der Tagesordnung stehen der Beginn des neuen Schuljahres, die medizinische Versorgung und die irreguläre Einwanderung. Begleitet wird Lecornu unter anderem von Innenminister Laurent Nuñez und Überseeministerin Naïma Moutchou. Die breite Besetzung der Delegation verweist auf die Vielzahl ineinandergreifender Probleme: Der Wiederaufbau betrifft Wohnungsbau und Verkehr, aber ebenso Bildung, Gesundheit und staatliche Verwaltung.
Zum Abschluss des Besuchs am 27. August will die Regierung den Stand einzelner Projekte und bestehende Hindernisse mit lokalen Akteuren prüfen. RiaM verlangt dafür einen praktischen Maßstab: ob angekündigte Programme vor Ort als nutzbare Gebäude, stabile Versorgung und abgeschlossene Bauvorhaben ankommen.
Quellen
- Franceinfo
- Französische Regierung
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).