Paris – 06.10.2026: Die französische Lehrergewerkschaft SNES-FSU hat sich für eine Fortsetzung der seit Ende September laufenden Schülerproteste ausgesprochen und eine stärkere Beteiligung der Lehrkräfte angeregt. Die Generalsekretärin der Gewerkschaft sagte Franceinfo, die von den Jugendlichen angesprochenen Probleme müssten nun auch vom Schulpersonal aufgegriffen werden. Zu den zentralen Beschwerden gehören überfüllte Klassen, unbesetzte Stellen, ausfallender Unterricht und sanierungsbedürftige Gebäude.
Der SNES-FSU, nach eigener Darstellung die führende Gewerkschaft an Frankreichs weiterführenden Schulen, hatte gemeinsam mit dem SNUEP-FSU und dem SNEP-FSU für den 6. Oktober zu einem Streik aufgerufen. Die Verbände unterstützen die Forderungen der Jugendlichen und verlangen zusätzliche Mittel für das öffentliche Bildungswesen. Sie kritisieren große Klassen, den Personalmangel und Schwierigkeiten, längerfristig erkrankte Lehrkräfte zu ersetzen.
Die Mobilisierung greift damit Missstände auf, über die Schülervertretungen und Gewerkschaften seit Längerem klagen. Genannt werden neben fehlendem Personal und dem Zustand mancher Gebäude auch lange Unterrichtstage und Probleme bei der Studienorientierung. Der SNES-FSU führt diese Schwierigkeiten auf die Bildungs- und Haushaltspolitik der vergangenen Jahre zurück. Aus Sicht der Gewerkschaft reichen organisatorische Korrekturen deshalb nicht aus; nötig seien verbindliche finanzielle Zusagen.
Das Bildungsministerium eröffnete am 6. Oktober eine landesweite digitale Konsultation für Schülerinnen und Schüler. Bis zum 23. Oktober können sie auf der Plattform Agora anonym schildern, welche Schwierigkeiten sie im Schulalltag erleben und welche Änderungen sie erwarten. Die Beiträge sollen Ende Oktober auf nationaler Ebene ausgewertet werden. Das Verfahren soll den Jugendlichen einen geregelten Zugang zur politischen Debatte über ihre Schulen verschaffen.
Nach Angaben des Ministeriums sind fünf Arbeitsfelder vorgesehen: die Sicherung des Unterrichts, die Verbesserung der Schulgebäude in Zusammenarbeit mit den Regionen, die Organisation der Schultage, mehr Transparenz beim Hochschulzulassungsverfahren Parcoursup und eine stärkere institutionelle Berücksichtigung der Schülerstimmen. Erste Beschlüsse sollen noch im Oktober vorgelegt werden.
Besonders umstritten bleibt der Unterrichtsausfall. Das Ministerium erklärt, die Zahl der Vertretungen bei kurzen Abwesenheiten an weiterführenden Schulen habe sich seit dem Schuljahr 2022/2023 verdreifacht. Längere Ausfälle und unbesetzte Stellen bestehen jedoch weiterhin. Die Schulverwaltungen sollen verfügbare Ersatzkräfte daher bevorzugt Abschlussklassen, Spezialfächern und der beruflichen Bildung zuweisen.
Die Konsultation beendet den Konflikt um Personal und Finanzierung nicht. Der SNES-FSU fordert konkrete Haushaltsentscheidungen. Die Regierung stellt für 2027 zusätzliche 1,2 Milliarden Euro für das Bildungswesen in Aussicht. In welchem Umfang das Geld für mehr Lehrkräfte, kleinere Klassen und die Sanierung von Schulgebäuden eingesetzt werden soll, ist bislang nicht festgelegt.
Quellen
- Franceinfo
- SNES-FSU
- Französisches Bildungsministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).