Umwelt

Schweiz hilft bei Waldbränden, bleibt aber vom EU-Katastrophenschutz ausgeschlossen

Mit Hubschraubern und Feuerwehrkräften unterstützt die Schweiz Frankreich im Kampf gegen Waldbrände. Vollwertigen Zugang zum EU-Katastrophenschutz hat sie wegen rechtlicher Hürden jedoch nicht. Nun bereitet Bern einen Beitritt vor.

Bern – 12.08.2026: Die Schweiz unterstützt europäische Staaten bei schweren Waldbränden, hat aber weiterhin keinen vollwertigen Zugang zum Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union. Diese Sonderstellung erschwert vor allem die rasche und verbindliche Koordinierung von Luftfahrzeugen, Einsatzteams und medizinischer Hilfe, sobald die Kapazitäten eines betroffenen Landes nicht mehr ausreichen.

Ende Juli entsandte die Schweizer Armee drei Super-Puma-Hubschrauber nach Korsika, um Frankreich bei den Löscharbeiten zu unterstützen. Zuvor waren bereits zwei Hubschrauber für Einsätze im Süden Frankreichs bereitgestellt worden. Auch Feuerwehrkräfte aus Genf wurden an die französische Atlantikküste geschickt. Die Unterstützung erfolgte auf Anfrage französischer Stellen und über bestehende bilaterale und administrative Kooperationswege.

Der EU-Katastrophenschutzmechanismus bündelt die Hilfsangebote seiner Teilnehmerstaaten und vermittelt sie bei Naturkatastrophen, Gesundheitsnotlagen und Konflikten. Angefordert werden können etwa Löschflugzeuge, Hubschrauber, Feuerwehrmodule, Such- und Rettungsteams oder medizinische Transporte. Die Koordination übernimmt das Zentrum für die Koordination von Notfallmaßnahmen der Europäischen Kommission. Das Verfahren soll verhindern, dass Hilfsangebote und tatsächlicher Bedarf in einer akuten Krise nur verzögert zusammenfinden.

Die Schweiz arbeitet seit 2017 auf Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung mit der EU-Kommission zusammen. Dadurch kann sie Informationen austauschen und in konkreten Notlagen Unterstützung anbieten oder erbitten. Einer gleichberechtigten Teilnahme steht bislang jedoch eine rechtliche Hürde entgegen: Nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz lässt das einschlägige EU-Recht eine Beteiligung der Schweiz nicht zu, weil das Land weder der Europäischen Union noch dem Europäischen Wirtschaftsraum angehört.

Welchen praktischen Nutzen das europäische System für die Schweiz haben kann, zeigte sich nach dem Brand in Crans-Montana am 1. Januar 2026. Über den EU-Mechanismus wurden innerhalb weniger Tage 38 Schwerverletzte aus der Schweiz in spezialisierte Kliniken europäischer Staaten verlegt. Das Eidgenössische Département für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport bewertete diese Unterstützung als wesentlich für die schnelle Behandlung von Patientinnen und Patienten mit schweren Verbrennungen.

Der Bundesrat wurde am 20. März über erste Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit informiert. Im Auftrag des Parlaments bereitet das Verteidigungsdepartement nun einen Antrag auf Teilnahme am EU-Katastrophenschutzmechanismus vor. Bis Ende 2026 sollen die Grundzüge einer Gesetzesvorlage und unterschiedliche Finanzierungsmodelle vorliegen.

Eine Vollmitgliedschaft würde der Schweiz erlauben, europäische Ressourcen nach festen Verfahren anzufordern und eigene Mittel verbindlicher bereitzustellen. Die dafür nötige Zusammenarbeit wird bereits praktisch erprobt: Im Oktober 2026 ist an den Standorten Genf, Epeisses und Payerne die internationale Katastrophenschutzübung CH-MODEX26 vorgesehen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz der Schweiz
  • Eidgenössisches Département für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
  • SWI swissinfo.ch

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels