Paris – 23.07.2026: Die goldenen Türen der Galerie d'Apollon im Louvre stehen wieder offen. Am Mittwoch, dem 22. Juli, empfing der Saal im ersten Stock des Denon-Flügels erstmals seit neun Monaten wieder Besucher. Was sie dort erwartet, ist allerdings eine ungewohnte Form von Pracht: Die Vitrinen sind verschwunden, die kostbaren Objekte fortgeräumt. Geblieben ist ein Raum, der sich selbst vorführt – und dies mit beträchtlicher Überzeugungskraft.
Geschlossen worden war die Galerie nach dem Einbruch vom 19. Oktober 2025. Damals drang ein vierköpfiges Kommando über einen Balkon an der Seine in das Museum ein und entwendete innerhalb weniger Minuten acht Juwelen der französischen Krone. Die Täter sollen festgenommen worden sein, doch die gestohlenen Stücke gelten weiterhin als verschwunden. Eine beschädigt aufgefundene Krone der Kaiserin Eugénie wird restauriert.
Der Louvre hat die Wiedereröffnung deshalb nicht als Rückkehr zum früheren Zustand inszeniert. Die Gemmen und übrigen wertvollen Kunstobjekte wurden aus dem Saal genommen. Stattdessen soll die Galerie wieder als das erscheinen, was sie im 17. Jahrhundert zunächst war: ein repräsentativer Durchgangsraum des Königtums, geschaffen für Bewegung, Blickachsen und höfische Selbstvergewisserung. Man kann darin nun buchstäblich leichter den Kopf heben.
Das lohnt sich. Über dem geometrisch gemusterten Parkett entfaltet sich auf 61 Metern Länge ein barockes Universum aus Stuck, Malerei und vergoldeten Details. Charles Le Brun entwarf das Programm im Zeichen Apollons, des Sonnengottes und künstlerischen Schutzpatrons Ludwigs XIV. Der Herrscher ließ sich dabei, wie es sich für einen Sonnenkönig gehörte, mythologisch beleuchten. Später ergänzte Eugène Delacroix den Deckenzyklus mit dem triumphierenden Apollon.
Die Galerie gilt als wichtiger Vorläufer des Spiegelsaals von Versailles. Ihr Dekor wurde über mehr als zwei Jahrhunderte hinweg gestaltet, unter anderem von Le Brun, François Girardon, Jean-Baptiste Regnaudin und Delacroix. Im 19. Jahrhundert kamen Wandteppiche aus der Gobelin-Manufaktur hinzu. Seit 1861 waren hier auch ausgewählte Schätze der französischen Kronkollektion ausgestellt – jene Verbindung von Macht, Handwerk und funkelnder Historie, die nun schmerzhaft unterbrochen ist.
Am Ende der Galerie versperrt heute ein Gitter den Zugang zum Balkon, über den die Einbrecher eindrangen. Es ist ein sichtbares Zeichen der Verletzung, aber auch der neuen Vorsicht des Hauses. Die frühere Gemmensammlung soll künftig im Richelieu-Flügel untergebracht werden; für die Rückkehr der Juwelen ist ein besonders gesicherter Raum vorgesehen. Bis dahin erzählt die Galerie d'Apollon ihre Geschichte ohne Schmuck – und gerade deshalb eindringlich.
Quellen
- Musee du Louvre Presse
- Agence France-Presse
- Franceinfo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).