Saint-Pierre – 20.09.2026: Präsident Emmanuel Macron hat bei seinem Besuch auf Saint-Pierre-et-Miquelon die französische Souveränität über den nordatlantischen Archipel ausdrücklich bekräftigt. Das Gebiet sei französisch und mit Frankreich verbunden, sagte Macron nach seiner Ankunft am Samstagabend. Einen Streit darüber gebe es nicht. Die Bemerkung bezog sich auf eine jüngst von US-Präsident Donald Trump verbreitete Karte.
Trump hatte am 7. September in sozialen Netzwerken eine Darstellung Nord- und Mittelamerikas veröffentlicht, die unter der Flagge der Vereinigten Staaten auch Kanada, Grönland, französische Karibikgebiete und Saint-Pierre-et-Miquelon zeigte. Eine formelle amerikanische Forderung nach dem Archipel war damit nicht verbunden. In Frankreich erhielt die Darstellung dennoch politische Aufmerksamkeit, auch wegen früherer Äußerungen Trumps zu Kanada und Grönland.
Macrons Reise erhält durch ein Treffen mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney an diesem Sonntag zusätzliches Gewicht. Saint-Pierre-et-Miquelon liegt vor der Küste Neufundlands; an der engsten Stelle trennen das französische Überseegebiet und Kanada nur wenige Kilometer. Beide Regierungschefs wollen die Zusammenarbeit in strategischen Bereichen wie Raumfahrt, Verteidigung, Energie, Telekommunikation und wirtschaftlicher Entwicklung ausbauen.
Der französische Präsident unterstützte zugleich die von Carney angestrebte engere institutionelle Anbindung Kanadas an die Europäische Union. Im Gespräch ist eine assoziierte Mitgliedschaft, für die bislang kein entsprechendes Modell besteht. Die Initiative folgt dem kanadischen Bestreben, die Abhängigkeit vom amerikanischen Markt und von politischen Entscheidungen in Washington zu verringern. Für Frankreich eröffnet dies die Möglichkeit, die Beziehungen zu Kanada auch auf europäischer Ebene zu vertiefen.
Der Besuch verbindet territoriale Präsenz mit einer sicherheitspolitischen Botschaft. Saint-Pierre-et-Miquelon ist das einzige verbliebene französische Gebiet in Nordamerika. Nach Angaben aus dem Umfeld des Élysée-Palasts besitzt der Archipel wegen seiner Nähe zu Nordamerika und den arktischen Räumen strategisches Gewicht. Die Inselgruppe mit ihrem begrenzten Binnenmarkt ist zugleich eng mit dem benachbarten Kanada verflochten.
Auch für Europas Infrastruktur spielt das Gebiet eine Rolle. Auf dem Archipel befindet sich die einzige Galileo-Bodenstation auf dem nordamerikanischen Kontinent. Sie ist Teil des europäischen Satellitennavigationssystems, das für zivile Navigation, Kartografie und zahlreiche öffentliche Dienste genutzt wird. Frankreich und Kanada vereinbarten, eine vertiefte Kooperation ihrer Raumfahrtbehörden und Verteidigungsministerien zu prüfen.
Macron hält sich vom 19. bis 21. September erstmals als französischer Präsident auf Saint-Pierre-et-Miquelon auf. Der Élysée-Palast hatte vor dem Treffen mit Carney außerdem Gespräche über den Handel mit Erdölprodukten und Flüssigerdgas angekündigt.
Quellen
- Franceinfo
- Élysée-Palast
- Associated Press
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).