Politik & Gesellschaft

Macron benennt ersten Jahrgang des nationalen Dienstes nach Henri Fertet

Präsident Emmanuel Macron hat den ersten Jahrgang des neuen freiwilligen nationalen Dienstes nach dem 1943 hingerichteten Widerstandskämpfer Henri Fertet benannt. Damit verbindet Frankreich die militärische Ausbildung junger Menschen mit der Erinnerung an die Résistance.

Orange – 15.09.2026: Präsident Emmanuel Macron hat den ersten Jahrgang des neuen freiwilligen nationalen Dienstes nach Henri Fertet benannt. Bei einem Besuch auf dem Luftwaffenstützpunkt 115 in Orange würdigte er den 1943 von den deutschen Besatzern hingerichteten Widerstandskämpfer als Vorbild für den Dienst an Frankreich. Auch die kommenden Jahrgänge sollen Namen von Mitgliedern des Ordens der Befreiung tragen.

Fertet wurde am 27. Oktober 1926 in Seloncourt geboren und besuchte das Lycée Victor-Hugo in Besançon. Im Sommer 1942 schloss er sich einer Widerstandsgruppe um Marcel Simon an. Später beteiligte er sich an mehreren Aktionen gegen die Besatzungsmacht. Nach seiner Festnahme am 3. Juli 1943 verurteilte ihn ein deutsches Militärgericht zum Tode. Am 26. September 1943 wurde Fertet im Alter von 16 Jahren erschossen.

Macron stellte die Namensgebung in einen direkten Zusammenhang mit dem Auftrag der neuen Freiwilligen. Fertets Entschluss, Frankreich und dessen Freiheit zu dienen, entspreche ihrem Engagement, sagte der Präsident. Er erinnerte zugleich daran, dass rund hundert der insgesamt 1.038 Mitglieder des Ordens der Befreiung bei ihrem Einsatz noch keine 20 Jahre alt gewesen seien.

Das neue Modell folgt auf das frühere Projekt eines allgemeinen Nationaldienstes, dessen flächendeckende Umsetzung an hohen Kosten und organisatorischen Schwierigkeiten scheiterte. Der nun eingeführte Dienst bleibt freiwillig und richtet sich an französische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger zwischen 18 und 25 Jahren. Er ist ausdrücklich militärisch ausgerichtet und dauert insgesamt zehn Monate.

Mehr als 200 junge Freiwillige absolvieren derzeit ihre Grundausbildung auf den Luftwaffenstützpunkten Évreux und Orange. Im ersten Monat lernen sie die Grundlagen des soldatischen Alltags kennen, darunter Disziplin, körperliche Ausbildung und den Umgang mit militärischer Ausrüstung. Danach werden sie für neun Monate Einheiten der Luftwaffe, des Heeres, der Marine oder unterstützenden Diensten zugeteilt.

Nach Angaben des Élysée-Palastes sollen 2026 insgesamt 3.000 Freiwillige aufgenommen werden. Für 2027 sind 4.000 Plätze vorgesehen, für 2028 dann 5.000. Bis 2030 soll die Zahl auf 10.000 steigen. Die gestaffelte Einführung soll den Streitkräften Zeit geben, Unterkünfte, Ausbildungskapazitäten und Betreuung auszubauen.

Für das Programm sieht das Militärplanungsgesetz einen Finanzrahmen von 2,3 Milliarden Euro vor. Die Teilnehmer erhalten monatlich etwa 800 Euro sowie Unterkunft und Verpflegung. Einsätze in Kampfgebieten sind ausgeschlossen. Die Regierung begründet den Dienst mit dem Bedarf an zusätzlichen militärischen Fähigkeiten und dem Ziel, die Verbindung zwischen Streitkräften und Gesellschaft zu festigen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Agence France-Presse
  • Französisches Ministerium der Streitkräfte und Veteranen

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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