Saint-Paul-de-Vence – 08.09.2026: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Gründung eines internationalen Videospiel-Festivals angekündigt. Die Veranstaltung solle zu einem weltweiten Treffpunkt für kreative Arbeit, technologische Innovation, Publikum und Branche werden. Macron stellte das Vorhaben am 7. September beim Sommet Lumière in Saint-Paul-de-Vence vor, einem internationalen Gipfel zur Zukunft von Film und bewegten Bildern.
Vorerst handelt es sich um eine politische Absichtserklärung. Weder der Élysée-Palast noch das Kulturministerium haben bislang einen Termin, einen Austragungsort, ein Budget oder einen Veranstalter genannt. Unklar ist auch, nach welchen Kriterien Spiele und Teilnehmende ausgewählt werden sollen. Damit bleibt offen, ob ein Fachtreffen der Industrie, ein Publikumsfestival oder eine Verbindung beider Formate entstehen soll.
Macron ordnete Videospiele ausdrücklich der französischen Kulturpolitik zu. Das Medium sei eine bedeutende kreative Ausdrucksform der Gegenwart, in der Bildgestaltung, Schreiben, Musik, Design und Technologie zusammenkämen. Nach dem Willen des Präsidenten sollen Videospiele zudem Teil der französischen kulturellen Ausnahme sein. Der Begriff bezeichnet die politische Überzeugung, dass kulturelle Werke nicht allein wie gewöhnliche Waren behandelt und vollständig den Regeln internationaler Märkte überlassen werden sollten.
Kulturministerin Catherine Pégard präzisierte am Montagabend den Anspruch des Projekts. Frankreich wolle Kreative, Studios, Fachleute und Publikum aus aller Welt zusammenbringen. Als Maßstab nannte sie die internationale Bedeutung, die Cannes für den Film und Annecy für den Animationsfilm besitzt. Eine Entscheidung für Cannes oder einen anderen Standort lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Der Sommet Lumière wurde von Macron und dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae-myung geleitet. Nach Angaben des Élysée nahmen mehr als 200 Kreative, Unternehmensvertreter und öffentliche Entscheidungsträger aus 60 Ländern, Regionen und internationalen Organisationen teil. Die Zusammenarbeit mit Südkorea verleiht dem Vorhaben eine außenwirtschaftliche Dimension: Das Land gehört zu den weltweit prägenden Standorten der Spieleentwicklung und digitalen Unterhaltung.
Frankreich verbindet mit dem Festival kultur- und industriepolitische Ziele. Der Élysée-Palast wirbt seit Jahren für die internationale Attraktivität des Landes als Standort für Film, audiovisuelle Produktionen und Videospiele. Im Zusammenhang mit Choose France 2025 wurde nach Regierungsangaben auch über angepasste Steueranreize für ausländisch initiierte Produktionen beraten.
Ob daraus ein international bedeutendes Festival entsteht, wird von seiner konkreten Ausgestaltung abhängen. Nötig wären eine verlässliche Finanzierung, eine glaubwürdige Programmstruktur und ein erkennbares Profil gegenüber etablierten Branchenmessen und Publikumsveranstaltungen. Offiziell festgelegt ist bislang lediglich das politische Ziel, in Frankreich ein neues internationales Format für Videospiele zu schaffen.
Quellen
- Franceinfo: Bericht zum angekündigten Videospiel-Festival
- Élysée: Eröffnung und Bilanz des Sommet Lumière vom 7. September 2026
- Französisches Kulturministerium: Rede von Kulturministerin Catherine Pégard
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).