Politik & Gesellschaft

Macron trifft Schülervertreter und verschärft den Sicherheitskurs

Emmanuel Macron empfängt am Freitag Schülervertreter und kommt mit Sicherheitskräften zusammen. Vor den Protesten am 24. Oktober verbindet die Regierung Gesprächsangebote mit strengen Auflagen und verstärkter Polizeipräsenz.

Paris – 23.10.2026: Nach mehr als einem Monat sozialer Proteste übernimmt Präsident Emmanuel Macron sichtbar die politische Führung. Um 15 Uhr will er im Élysée-Palast Schülerinnen, Schüler und Vertreter mehrerer Schülerorganisationen empfangen. Nach Angaben des Präsidialamts soll es um ihre Forderungen und Sorgen gehen. Seit Beginn der Protestbewegung ist es Macrons erstes direktes Treffen mit den Organisationen.

Zuvor leitet der Staatschef einen Verteidigungsrat zur inneren Sicherheit. Aus dem Élysée hieß es, dort könnten weitere Maßnahmen beschlossen werden. Macron will zudem Sicherheitskräfte besuchen; Ort und Uhrzeit wurden zunächst nicht bekannt gegeben. Die Präsidentschaft verbindet damit den Dialog mit Jugendlichen demonstrativ mit ihrem Kurs zur Wahrung der öffentlichen Ordnung.

Zu den angekündigten Teilnehmern des Gesprächs gehören Renouveau lycéen, Les Lycéens und die Union syndicale lycéenne sowie Vertreter akademischer Schülerräte. Nathanaël Combary von Renouveau lycéen nannte den baulichen Zustand vieler Schulen und eine grundlegende Reform des Hochschulzugangsverfahrens Parcoursup als zentrale Anliegen. Die Regierung hatte Anfang Oktober eine digitale Plattform eingerichtet, über die Forderungen eingereicht werden können.

Premierminister Sébastien Lecornu reist am Freitag nach Limoges. Dort war das Rathaus bei den Ausschreitungen vom 17. Oktober in Brand gesetzt worden. Inzwischen wurden die Ermittlungen ausgeweitet: Nach einem ersten Festgenommenen im Département Haute-Vienne nahm die Polizei im benachbarten Département Creuse einen zweiten Verdächtigen fest. Gegen den ersten Beschuldigten wird nach Medienberichten auch wegen versuchten Mordes an Polizeibeamten ermittelt.

Lecornus Besuch erfolgt einen Tag vor den für Samstag, den 24. Oktober, angekündigten landesweiten Mobilisierungen. Macron erklärte am Donnerstag, lediglich von Gewerkschaften organisierte Demonstrationen sollten zugelassen werden. In Marseille und Lyon wurden geplante Kundgebungen bereits untersagt. Solche Verwaltungsentscheidungen können gerichtlich angefochten werden.

Die Sicherheitsbehörden wollen eine Wiederholung der Gewalt vom 17. Oktober verhindern. Justizminister Gérald Darmanin bezifferte die Zahl der Festnahmen nach Ausschreitungen und Plünderungen auf 2700; 217 Menschen seien inhaftiert worden. Nach Regierungsangaben sollen am 24. Oktober rund 20 Prozent mehr Sicherheitskräfte eingesetzt werden als in der Vorwoche. Vorgesehen sind Einheiten der Polizei und der Gendarmerie sowie Soldaten der Operation Sentinelle.

In Paris ist lediglich eine Demonstrationsroute zwischen Bastille und Nation genehmigt. In Bereichen um die Place de la République und das Einkaufsviertel Les Halles gelten bis Montagmorgen nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Macrons Treffen mit den Schülervertretern findet damit unter einem massiven Sicherheitsaufgebot statt.

Quellen

  • Agence France-Presse über Bourse Direct
  • Le Monde
  • Élysée-Angaben über Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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