Politik & Gesellschaft

Macron verteidigt Handyverbot an Frankreichs Gymnasien

Zum Schuljahresbeginn hat Präsident Emmanuel Macron die landesweite Beschränkung der Handynutzung an Schulen erläutert. Sie gilt seit dem 1. September 2026 auch an Gymnasien und soll Konzentration, Schlaf und das soziale Miteinander fördern.

Paris – 01.09.2026: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat zum Beginn des neuen Schuljahres das erweiterte Verbot der Handynutzung an Schulen verteidigt. Bei einem Besuch in einem Gymnasium sagte er vor Schülerinnen und Schülern, soziale Netzwerke seien vor dem Alter von 15 Jahren nicht gut für junge Menschen. Damit verband er zwei politische Vorhaben: die seit diesem Schuljahr geltende Einschränkung von Mobiltelefonen und die weiterreichende Debatte über Altersgrenzen für soziale Plattformen.

Seit dem 1. September 2026 gilt die Beschränkung der Handynutzung in Frankreich durchgängig von der Vorschule bis zum Gymnasium. Das Bildungsministerium begründet die Ausweitung auf die Oberstufe mit den Folgen übermäßiger Bildschirmnutzung für Aufmerksamkeit, Konzentration, Schlaf und psychische Gesundheit. Ausnahmen sind für Schülerinnen und Schüler vorgesehen, die ein Gerät wegen einer Behinderung oder einer erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigung benötigen.

Die praktische Umsetzung liegt weitgehend bei den Schulen. Sie müssen in ihren Hausordnungen festlegen, ob Geräte etwa zu Beginn des Unterrichtstages abgegeben, in Schließfächern verwahrt oder bis zum Unterrichtsende ausgeschaltet bleiben. Das Verbot richtet sich gegen die Nutzung während des Schultages sowie bei schulischen Aktivitäten außerhalb des Geländes. Der Besitz eines Mobiltelefons bleibt grundsätzlich erlaubt.

Macron ordnete die Maßnahme in eine breitere Präventionspolitik ein. Er verweist seit Monaten auf problematische Inhalte, Online-Mobbing und den hohen Zeitaufwand sozialer Netzwerke. Jugendliche benötigten ausreichend Zeit für Schlaf, Lektüre, Sport und persönliche Begegnungen. Digitale Geräte sollen damit nicht vollständig aus dem Unterricht verschwinden; begrenzt wird vor allem ihre private Nutzung im Schulalltag.

Davon zu unterscheiden ist die rechtliche Debatte über soziale Netzwerke. Frankreich strebt eine digitale Altersgrenze von 15 Jahren an und will Plattformen dazu verpflichten, den Zugang jüngerer Nutzer wirksam zu unterbinden. Eine solche Regelung ist jedoch nicht Bestandteil des nun geltenden Handyverbots. Schulen können die Gerätenutzung auf ihrem Gelände ordnen, nicht aber die privaten Konten Jugendlicher außerhalb des Unterrichts kontrollieren.

Der Schuljahresbeginn betrifft nach Angaben des Bildungsministeriums 11,6 Millionen Schülerinnen und Schüler sowie 1,2 Millionen Beschäftigte an mehr als 55.000 Standorten. Parallel zum Handyverbot sollen 300 zusätzliche Stellen in der Schulgesundheit, der Sozialarbeit und der Schulpsychologie geschaffen werden.

Politisch markiert die Ausweitung auf Gymnasien einen Kurswechsel: Ältere Schülerinnen und Schüler waren bislang stärker auf ihre Eigenverantwortung verwiesen worden als Kinder an Grundschulen und Jugendliche an Collèges. Nun gilt für die gesamte Schulzeit ein gemeinsamer Rahmen, dessen konkrete Ausgestaltung in den Hausordnungen der einzelnen Einrichtungen festgelegt wird.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministerium für nationale Bildung
  • Élysée
  • Regierungsportal Frankreich

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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