Paris – 17.09.2026: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun und Jordaniens König Abdullah II. zu Beratungen über die Sicherheitslage im Libanon empfangen. Die drei Staatschefs eröffneten eine Sitzung im Rahmen des Aqaba-Prozesses, einer von Jordanien angestoßenen internationalen Sicherheitsinitiative. Ziel des Treffens ist es, Hilfen für die libanesischen Streitkräfte und die inneren Sicherheitskräfte zu bündeln sowie deren konkreten Bedarf zu ermitteln.
Die Gespräche dienen zugleich der Vorbereitung einer breiter angelegten internationalen Geberkonferenz. Frankreich will Staaten und internationale Organisationen für eine langfristige Stärkung der staatlichen Sicherheitsorgane gewinnen. Dabei geht es vor allem um Ausrüstung, Ausbildung und Logistik, aber auch um eine bessere Abstimmung bereits bestehender Programme. Ein Termin für die angekündigte Konferenz wurde nach dem Auftakt der Beratungen nicht genannt.
Politischer Hintergrund ist das Vorhaben der libanesischen Führung, die Armee schrittweise im gesamten Land einzusetzen. Aoun verbindet dies mit dem Anspruch, das staatliche Gewaltmonopol wiederherzustellen. Die Regierung in Beirut hat einen Plan gebilligt, nach dem Waffen allein von regulären Sicherheitskräften kontrolliert werden sollen. Die schiitische Hisbollah lehnt eine Entwaffnung ihres militärischen Arsenals jedoch weiterhin ab. Damit berührt der Plan eine der zentralen Machtfragen des Landes.
Besonders dringlich ist die Lage im Süden des Libanon. Dort soll die Armee ihre Präsenz ausbauen, während die Grenzregion nach den militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah fragil bleibt. Frankreich und Jordanien verfolgen den Ansatz, staatliche Institutionen so zu stärken, dass sie Sicherheit und Grenzschutz übernehmen können. Dafür benötigt die Armee nach Einschätzung ihrer internationalen Partner verlässliche Strukturen und längerfristig planbare Unterstützung.
Für Macron ist das Treffen zugleich eine Gelegenheit, Frankreichs diplomatische Rolle im Libanon zu bekräftigen. Paris unterhält seit Langem enge politische, militärische und kulturelle Beziehungen zu Beirut und unterstützt die libanesische Armee bereits mit Ausbildung und materieller Hilfe. Jordanien bringt seinerseits Erfahrung bei der Schulung staatlicher Sicherheitskräfte ein. Der Aqaba-Prozess bietet beiden Ländern einen Rahmen, regionale und internationale Akteure an einen Tisch zu bringen.
Die Unterstützung der Sicherheitsorgane hat auch eine innenpolitische Dimension. Der libanesische Staat leidet seit Jahren unter schweren wirtschaftlichen und institutionellen Krisen. Sicherheitskräfte müssen deshalb Aufgaben erfüllen, obwohl ihre finanziellen und materiellen Möglichkeiten begrenzt sind. Internationale Hilfe soll verhindern, dass diese Schwäche die staatliche Kontrolle weiter aushöhlt.
Konkrete Finanzzusagen wurden zunächst nicht veröffentlicht. Die gemeinsame französisch-jordanische Erklärung nennt als Ziele, Hilfen zu mobilisieren, den Bedarf der libanesischen Streitkräfte festzustellen und die Zusammenarbeit ihrer Partner zu verstärken. Die Pariser Sitzung blieb damit ein politischer Vorbereitungsschritt für spätere Entscheidungen über Ausbildung, Ausrüstung und Finanzierung.
Quellen
- Élysée: Gemeinsame französisch-jordanische Erklärung vom 17. September 2026
- Präsidentschaft der Libanesischen Republik: Reise von Joseph Aoun nach Paris
- Associated Press: Bericht über die Sicherheitsgespräche in Paris
- France 24: Bericht über das Treffen in Paris
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).