Politik & Gesellschaft

Macron wirft Trump Wahlkampf auf Kosten Frankreichs vor

Emmanuel Macron kritisiert in Doha ausländische Politiker, die Frankreichs Ausschreitungen für eigene Kampagnen nutzen. Besonders zielt seine Antwort auf Donald Trump und dessen migrationspolitische Deutung der Gewalt.

Doha – 21.10.2026: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Donald Trump und weiteren ausländischen Politikern vorgeworfen, die jüngsten Ausschreitungen in Frankreich für eigene Wahlkampfziele zu nutzen. Auf einer Pressekonferenz in Doha sprach Macron nach den Ereignissen vom 17. Oktober von einer Manipulation der Informationen. Die daraus abgeleiteten Äußerungen seien inakzeptabel und töricht.

Den amerikanischen Präsidenten nannte Macron zunächst nicht beim Namen. Auf die Frage, ob seine Kritik Donald Trump gelte, bestätigte er jedoch, dieser sei einer von mehreren Adressaten. Politiker im Nahen Osten und auf der anderen Seite des Atlantiks führten auf Kosten Frankreichs Wahlkampf, sagte der französische Staatschef. Seine Wortwahl zielte damit über Trump hinaus, ohne weitere Namen ausdrücklich zu nennen.

Trump hatte Bilder von Gewalt und Plünderungen in französischen Städten wiederholt mit Einwanderung verknüpft. Ohne Belege behauptete er, Migranten, Dschihadisten und Kommunisten hätten Frankreich angegriffen, geplündert und in Brand gesetzt. Zugleich forderte er Macron auf, die Grenzen zu schließen und die Kontrolle zurückzugewinnen. Damit fügte Trump die französischen Ereignisse in seine eigene Kampagne gegen Migration ein.

Der Zeitpunkt ist politisch bedeutsam: Am 3. November 2026 werden in den Vereinigten Staaten der gesamte Kongress und ein Teil des Senats neu gewählt. Trump und die Republikaner setzen im Wahlkampf stark auf Grenzschutz und Einwanderung. Aufnahmen aus Frankreich lassen sich dafür leicht verwenden, obwohl die Ursachen der dortigen Unruhen nicht auf die Herkunft einzelner Beteiligter verkürzt werden können.

Macron unterschied zwischen einer möglichen ausländischen Einmischung in die Ausschreitungen selbst und der anschließenden Verbreitung politischer Deutungen und Bilder. Für eine direkte Steuerung der Gewalt aus dem Ausland gebe es keine erkennbaren Belege, sagte er. Seine Kritik galt somit der Instrumentalisierung der Ereignisse, nicht einer nachgewiesenen Einflussnahme auf deren Verlauf.

Die Proteste vom 17. Oktober standen nach französischen Medienberichten im Zusammenhang mit sozialen und wirtschaftlichen Spannungen. In mehreren Städten folgten Sachbeschädigungen und Plünderungen. Die Regierung muss seither den Schutz der öffentlichen Ordnung mit der politischen Reaktion auf die Ursachen der Proteste verbinden. Eine pauschale Erklärung der Gewalt durch Einwanderung weist der Élysée-Palast zurück.

Macrons Äußerung fiel an das Ende einer Reise durch mehrere Golfstaaten. Vom 19. bis 21. Oktober besuchte er Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Katar. In Doha machte er deutlich, dass Frankreichs innere Konflikte nicht zur Kulisse ausländischer Wahlkämpfe werden sollten. Trumps Äußerungen treffen dabei auf eine angespannte französische Debatte über Sicherheit, soziale Ungleichheit und den politischen Umgang mit den Ausschreitungen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Élysée-Palast
  • Associated Press
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels